Aktionen und Veranstaltungen soll es in den kommenden Wochen und Monaten natürlich zunehmend und unbegrenzt geben. Unser dezentraler Aktionstag geht
darüber einen Schritt hinaus. Wir wollen an zahlreichen Orten mit Aktionen am selben Tag auf die drohenden Gefahren aufmerksam machen.
Wir wollen dabei eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit erreichen dadurch , dass wir diese Aktionen zeitlich, inhaltlich und mit bestimmten formalen
Aktionselementen miteinander verknüpfen. Wir werden bei der Koordination für diesen Tag, beim Austausch der Ideen und Pläne, bei der gemeinsamen
Pressearbeit, uns die Werkzeuge und Erfahrungen schaffen, auf die wir dann beim nächsten zentralen Aktionsziel, der 14. September in Köln, aufbauen
können.
Das Sammeln von Unterschriften für die Heidelberger Erklärung ist ein solch verknüpfendes Element. Die Bademäntel, eben nicht die
Anzüge und Krawatten der Lobbyisten, sondern das Symbol unserer Kampagne als Selbstorganisation von Versicherten und Patienten, diese Bademäntel sind
ein überall leicht zu wiederholendes optisches Element.
Für den 15.06. wollen wir das noch ein wenig erweitern: Zusätzlich zu den Bademänteln führen wir "Die Haifische" ein, als das
Symbol für die, die mit unserer Gesundheit Geschäfte machen wollen.
Werner Rätz hatte uns die Aufgabe gestellt: Macht es so einfach, dass jeder Kindergarten es in der Bastelstunde umsetzen kann. Ich habe nun nach Heidelberg
einige "Prototypen" mitgebracht, gebastelt in ca. einer halben Stunde aus einem Kleiderbügel, etwas Pappe und Isolierband, belastbar, formschön.
Der Titel der örtlichen Aktionen wäre dann also
"Haifisch-Alarm im Gesundheitswesen"
und das ist ja auch unser Anliegen: Wir wollen alarmieren, dass trotz aller Entwarnungsverlautbarungen von Ulla Schmidt die Gefahr für eine Weichenstellung
Richtung Privatisierung und Konkurrenz bei unserer Gesundheitsversorgung droht.
Ein Tip für diejenigen, die sich das Spiel - Bademäntel gegen Haifische -noch nicht so genau vorstellen können: Geldhaie unterscheiden sich von anderen
Fischen durch das Handy und den Ruf: "kaufen!" Und in den schlauen Büchern steht: Wer von einem Hai angegriffen wird - laut brüllen oder eins
auf die Nase geben.
Die Gruppen, die sich an diesem Tag mehr zutrauen als einen Infostand, sollten vielleicht vor eine große Klinik ziehen, politisch anspruchsvolle mit einem Draht
zum Personalrat können den Aktionsplatz und die Presse gleich in die Klinik hineinverlegen. Oder ins Rathaus.
Und gerade die Gruppen, die etwas Anspruchsvolleres, Spektakuläreres für diesen Tag vorbereiten, bitten wir, mit uns dies für die Pressearbeit genau
abzusprechen. Damit viele den "Haialarm der Bademäntel" sehen, hören und verstehen.
Tobias Michel