Schichtplanung Grenzen aktiv werden verdi
Bunter Vogel Bunter Vogel

Buch der 100 Fragen

Arbeitsrecht ist konkret. Wer raten muss, kann schlecht beraten.
Tarif oder AVRzusatzTarif oder AVR
→ TVöD-K, TVöD-B, TV-L,
→ TV AWO, BAT.
→ Die AVR der Caritas behandeln sehr ungleich.
    Gib daher den Beruf an und die
    Branche — Krankenhaus, Pflege, SuE, Arzt
→ AVR DD (vormals AVR DW EKD), BAT-KF
Genaue Angabe oder tariflos.
? Schicht- und Nachtarbeit? WerzusatzWer vertritt Dich?
Betriebsrat, Personalrat, MAV, schutzlos.
vertritt Dich?
Ohne diese Mindestangaben droht die Löschung Deiner Frage!

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Martina
Frage # 206
05.08.2019 | 15:35
Interessenvertretung?, Schichtarbeit ?

ein Kollege ist bis zum 06.08.2019 arbeitsunfähig.
Wann muß dieser Kollege wieder zur Arbeit( Nachtschicht 22.00 Uhr-06:00 Uhr, beginnend So 22.00 Uhr) erscheinen?
Wir haben hier unterschiedliche Meinungen
01) am 06.08. um 22:00 Uhr
02) am 07.08. um 00:01 Uhr
03) am 07.08 um 22:00 Uhr
Gibt es hier eine gesetzliche Regelung?

:

Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du oder Dein Kollege Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.

Auf Eure Meinungen kommt es hier nicht an.
Eine Arbeitsunfähigkeit stellt von der gesamten Schicht frei, in diesem Fall am 06.08. ab 22 Uhr. Es handelt sich nicht um einen bloß verschobenen Arbeitsbeginn.
Josi
Frage # 205
04.08.2019 | 15:33
TVöD-K ,schutzlos, Wechselschicht

Ich arbeite Teilzeit und habe mich in meinem Arbeitsvertrag dazu verpflichtet "in begründeten Ausnahmefällen" Überstunden und Mehrarbeit zu leisten.
Wer überprüft ob Überstunden begründet sind?
Bei uns werden ständig willkürlich Überstunden abgefordert und wir pfeifen aus dem letzten Loch weil nun drei Kollegen gekündigt haben.
Können die fehlenden Stunden so einfach auf unsere Rücken aufgeteilt werden?

:

verwirrt Der TVöD-K regelt Krankenhausbetriebe. Es ist recht ungewöhnlich, wenn in einem Krankenhaus keine gesetzliche Interessenvertretung gewählt wurde. Die wäre als erste zuständig für die Überprüfung, ob die Anordnung einer Überstunde oder von bloßer Mehrarbeit zulässig wäre.

TVöD § 6 Abs. 5: »Die Beschäftigten sind im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Sonntags-, Feiertags-, Nacht-, Wechselschicht-, Schichtarbeit sowie — bei Teilzeitbeschäftigung aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung — zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet.«

Du mailst an die Personalleitung -
»Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn in dem mir zugewiesenen Arbeitsbereich Ihr Personal ausdünnt, mag das an der Überlastung liegen. Diese untersuchen Sie ja gemäß ArbSchG § 5.
Aktuell drohen Überstunden bei absehbaren Engpässen. Durch die arbeitsvertragliche Inbezugnahem des TVöD § 6 Abs. 5 haben wir dies auf Fälle mit von Ihnen mir gegenüber begründeter Notwendigkeit beschränkt, zudem arbeitsvertraglich zusätzlich ausdrücklich auf Ausnahmefälle. Eine Notwendigkeit ist eine unentbehrliche Sache, eine unbedingt erforderliche Angelegenheit (Wahrig, Deutsches Wörterbuch, 9. Auflage). Auch sind mir über den Plan hinaus verlängerte Schichten rechtzeitig vorher anzuzeigen (§ 106 GewO). Ich bin nun besorgt, ob Sie dies so umsetzen und oder ob ich mitt unvermittelten Übergriffen auf meine Lebensplanung konfrontiert werde. Es wäre schön, wenn Sie mir signalisieren, wie Sie sicherstellen wollen, dass aus einer Überlastung nun nicht die nächste folgt.
Mit freundlichen Grüßen ... «
Rita
Frage # 204
03.08.2019 | 15:21
AVR DD , MAV/ MVG-EKD
Schichtplan

Wegen Personalmangel wurde der Rahmendienstplan unterschritten, die MAV wurde nicht informiert. Muss die Pause dann bezahlt werden? Arbeit ist kaum zu schaffen.

:

verwirrt Dem Arbeitgeber steht es frei, die übertragenen Arbeitsaufgaben zu reduzieren, Personal aus anderen Arbeitsbereichen herzuversetzen oder zusätzliche Zeitpersonal anzuwerben.

verzagt Auf einen Rahmendienstplan kommt es (fast) nie an, sondern auf die tatsächlichen Anordnungen der Schichten und der sie unterbrechenden Pausen.

kapiert Ihr mailt an die Personalleitung (Kopie an die MAV) -
»Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie ordnen uns nicht nur die Schichten an, sondern auch Beginn und Ende unserer die Arbeitszeit unterbrechenden Pausen. Wir sind derzeit unsicher,
? ob wir die ununterbrochene Versorgung sicherstellen sollen und dann mit der entsprechenden Vergütung der zusätzlichen Arbeitszeit rechnen dürfen, oder andernfalls
? ob wir spätestens 6 Stunden nach Arbeitsbeginn unsere Schichten ohne Ansehen der Versorgung zur gesetzlichen Erholungspause unterbrechen.
Wir bitten Sie hier zeitnah um Aufklärung und Anweisung.
Mit freundlichen Grüßen .....«
Milka
Frage # 203
02.08.2019 | 15:17
AVR DD , MAV/ MVG-EKD

Bei uns gilt die AVR DD - die monatliche Sollarbeitszeit wird durch den Vorwegabzug der Feiertag mit der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit berechnet.
Dies führt jedoch bei etlichen Teilzeitkräften zu einer schlechten Berechnung und das ist doch laut Entgeltfortzahlungsgesetz nicht erlaubt!
Als Beispiel. Teilzeitkraft arbeitet nur Montag 8 Stunden /Donnerstag 8 Stunden /Freitag 3,5 Stunden
Wenn nun ein Feiertag auf einen dieser Tage fällt werden vorweg nur 3,9 Stunden abgezogen. Also macht diese Mitarbeiterin dann z.b. im Juni dieses Jahr (Pfingstmontag und Fronleichnam) 8,2 Minusstunden!! Sie muss einen ganzen Tag extra kommen.
Die Leitung sagt, dass gleicht sich über das Jahr aus - aber das ist nicht so! Feiertage 2019 an einem Dienstag oder Mittwoch sind nur 3 - also 3x 3,9= 11,7 im Gegensatz zu 6 Feiertagen am Mo/Do 6x4,1 Minus = 24,6 zusätzlich ist ein Freitag wo 0,4 Plus gemacht wird.
Also 12,1 - 24,6 = 12,5
Es werden im Jahr 2019 durch den Vorwegabzug der Feiertage 12,5 Stunden Minus gemacht!
Kann so etwas eines tarifliche Regelung sein? Muss man nicht genau die Zeit, die wegen des Feiertages ausfällt gutgeschrieben bekommen? Vor allem, wenn man ja eigentlich gar keine Schicht arbeitet, sondern eine feste Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage hat?
Wie ist ihre Meinung dazu?

:

Schaun wir zunächst, was das Entgeltfortzahlungsgesetz tatsächlich regelt:
»§ 2 Entgeltzahlung an Feiertagen
(1) Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.«


Du erhältst nicht »infolge« eines Feiertags weniger Arbeitsentgelt.
Du erhältst dasselbe wie sonst auch.

Schaun wir dann, was das Arbeitszeitgesetz regelt:
»§ 9 Sonn- und Feiertagsruhe
(1) Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.
§ 11 Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung
(3) Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Werden Arbeitnehmer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.«


Du hast - wenn Du an einem Feiertag beschäftigt wurdest - an anderen Tag arbeitsfrei bekommen, der nicht als Sonntag ohnehin frei war.
Mehr regeln die deutsche Gesetzgeberinnen nicht, schon gar nicht Deine vertragliche Zeitschuld.

Weiter gehen allerdings die AVR DD in § 9c Plusstunden, Überstunden und Minusstunden
»(1) Die monatliche Soll-Arbeitszeit einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters ergibt sich aus der Multiplikation der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters (§ 9 Abs. 2 bzw. Abs. 3 Unterabsatz 3) mit der Anzahl der Wochentage von Montag bis Freitag in dem jeweiligen Kalendermonat.
Die Anzahl der Wochentage von Montag bis Freitag in einem Kalendermonat reduziert sich um einen Tag für jeden Feiertag sowie jeweils den 24. und den 31. Dezember eines Kalenderjahres, wenn diese Tage auf einen Wochentag zwischen Montag und Freitag fallen.«


Hier, und nur hier verkürzen Regeln Deine Zeitschuld.
Vielleicht bist Du tatsächlich Teilzeitkraft. Du wirst - wegen Deiner Teilzeit - anteilig gleich behandelt.

Vielleicht wurden Dir an einem Monatsende tatsächlich Minusstunden saldiert.
AVR DD in § 9c -
»(6) Minusstunden entstehen, wenn die Anzahl der tatsächlich in einem Kalendermonat geleisteten Arbeitsstunden die jeweilige monatliche Soll-Arbeitszeit einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters (Absatz 1 Satz 2) unterschreitet. Sie werden dem Jahresarbeitszeitkonto in Höhe der jeweiligen Differenz belastet.«

Du brauchst diese vielleicht nicht nacharbeiten.
AVR DD in § 9c -
»Plusstunden sind die über die jeweilige monatliche Soll-Arbeitszeit einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters hinaus geleisteten Arbeitsstunden Für Teilzeitbeschäftigte dürfen Plusstunden nicht angeordnet werden. Mit Teilzeitbeschäftigten kann die Ableistung von Plusstunden vereinbart werden. Die bzw. der Teilzeitbeschäftigte kann die nach Satz 3 vereinbarten Plusstunden dann ablehnen, wenn diese für sie bzw. ihn unzumutbar sind.«
Bernd
Frage # 202
30.07.2019 | 12:03
TV DRV KBS , Schichtarbeit
? Interessenvertretung;

Es geht um unsere Schüler, ich arbeite als Lehrer an einer Krankenpflegeschule.
Die Schüler fangen bei uns im April und September an.
die Ausbildung geht über 36 Monate (3.Jahre)
Bsp. Kurs Beginn September 2018 - Kurs Ende August 2021
Die Schüler sind von Beginn an in Schichtpläne eingebunden.
Die Schüler machen ab dem 18. Monat. Nachtwachen.
Der Urlaubsanspruch ist klar 30 Tage bzw. anteilig auf die Monate im jeweiligen Jahr berechnet.

Was ist mit dem/den zusätzlichen Tagen für Schichtarbeit und Nachtarbeit.

Nach Vorgabe unserer Personalabteilung erhalten Sie im Ausbildungszeitraum pro vollen Arbeitsjahr jeweils 1 Tag zusätzlichen Urlaub als Ausgleich für die Schichtarbeit.
Am Anfang der Ausbildung September bis Dezember erhalten Sie keine Tag (auch nicht anteilig)
am Ende der Ausbildung - Januar bis September, erhalten Sie auch keinen Tag (auch nicht anteilig)
Ich bin mir hier unsicher was wir wirklich planen müssen da wir von einer andere Personalstellen andere Angaben erhalten haben.

:

Der TV Ausbildung in der Knappschaft liegt uns nicht vor. Wahrscheinlich enthält er die vom TVAöD und TVöD-K abgeschriebenen Regeln.

Der TVAöD regelt in § 9 -
»(1) Auszubildende erhalten Erholungsurlaub unter Fortzahlung ihres Ausbildungsentgelts (§ 8) in entsprechender Anwendung der für die Beschäftigten des Ausbildenden geltenden Regelungen mit der Maßgabe, dass der Urlaubsanspruch bei Verteilung der wöchentlichen Ausbildungszeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche in jedem Kalenderjahr 30 Ausbildungstage beträgt.
Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende im Schichtdienst
pauschal jeweils einen Tag Zusatzurlaub.
(2) Der Erholungsurlaub ist nach Möglichkeit zusammenhängend während der
unterrichtsfreien Zeit zu erteilen und in Anspruch zu nehmen.«


dislike Es sind also nur die Umrechnungs- und Störungsregeln des Tarifvertrags der Beschäftigten des Ausbildenden in Bezug genommen. Die Zusatzurlaubsansprüche (Nachtarbeit) nicht. Auch ArbZG § 6 Abs. 5 greift hier nicht, da die Azubinen keine Nachtarbeitnehmerinnen im Sinne § 2 ArbZG sind.
Sie erfüllen nicht einmal die Anspruchsvoraussetzungen des TV DRV KBS § 27.

kapiert Im Jahr 2021 steht ihnen aufgrund § 5 BUrlG nicht anteiliger sondern der komplette Mindesturlaub von 20 Tagen zu.
Alex
Frage # 201
26.07.2019 | 01:11
Nachfrage zu 199
AVR Tarifvertrag, MAV und BR

Also ich weiß von 11 Stunden Ruhezeit und nicht von 10 Stunden. Runtersetzen nur wenn in einem bestimmten Zeitraum weniger Stunden anfallen und generell NUR im Notfall. Lieblingsargument ist Personalmangel...das zieht schon mal garnicht !

Aussage meiner MAV ist das ich sehr wohl auf meine Ruhezeiten achten muss denn 1. sind diese Gesetzlich geregelt und zu beachten und 2. wenn was passiert weil ich meine Ruhezeit nicht einhalte / einhalten kann wäscht der AG seine Hände in Unschuld denn er sagt dann ich müsse selbst darauf achten und ich bin Schuld.

Hatte einen Vorfall bei einem früheren AG, der hatte mich ständig springen lassen und auch immer lange Schichten (mindestens 16) Maximal 1 Tag frei und dann wieder mindestens 7-8 Schichten. Übermüdet habe ich fast eine Frau angefahren weil ich einfach keine Ruhe hatte (4 früh, 3 spät, 3 früh, 3 spät, 3 früh)...der AG meinte selbst Schuld...das hätte mich ruinieren können, mein Leben zerstören... nur weil man unmenschliche DP schreibt oder keine Schreiben kann...

Daher wäre es wichtig zu wissen was man machen kann, denn reden bringt nur Augenrollen

:

Leider können wir - trotz Deiner Ausführungen - wenig raten. Denn Deine Angaben sind uneindeutig.

Dein Arbeitsvertrag hat eine  AVR  in Bezug genommen. »AVR« meint Arbeitsvertragsrichtlinie; solche Richtlinien sind das Kleingedruckte für Deinen Arbeitsvertrag.
Es handelt sich gerade nicht um einen Tarifvertrag.
Solche Richtlinien gibt es viele: AVR der Caritas - differenziert nach Anlagen, AVR DD (früher AVR DW EKD), AVR Bayern, AVR-K, AVR DD, AVR KW, AVR Wue ... In jeder dieser Richtlinien finden wir andere Regeln.

Bis auf einige, erstaunliche Ausnahmen werden in Betrieben mit einer Mitarbeitervertretung (MAV) keine Betriebsräte gewählt (§ 118 BetrVG). Wir können daher nicht glauben, dass Dich zwei gesetzliche Interessenvertretungen aus konkurrierenden Rechtskreisen vertreten.
----------------------------
Das Arbeitszeitgesetz regelt in § 5 Abs. 2 -
»Die Dauer der Ruhezeit des Absatzes 1 kann in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen, um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn jede Verkürzung der Ruhezeit innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen durch Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird.«
Einen Notfall braucht es dazu ganz offensichtlich nicht. Auch keine Argumente.

Im Rahmen der Gesetze und Verträge ordnen Arbeitgeber Beginn und Ende der Arbeitszeit an, nachdem sie die Zustimmung der zuständigen Interessenvertretung erlangt haben. Der Arbeitgeber und die Interessenverteter »achten« also auf § 5 ArbZG. Sie können diese Pflicht nicht wirksam auf die Arbeitnehmer/innen durchreichen.

kapiert Dir wird es mehr helfen, Dich von der Ruhezeit ab- und den linkLeitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1 zuzuwenden. Diese sind leichter verständlich.

Wennn Dir »etwas passiert«, ein Unfall oder eine Fehlleistung, hast Du zunächst den Schaden und Ärger. Die Unfallversicherung deckt die Behandlungskosten. Nur selten werden die schuldigen Arbeitgeber belangt.
Sonne
Frage # 200
25.07.2019 | 15:14
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG
50% Stelle, 3-Schicht
Ein Teil unserer Abteilung hat den Anspruch nach BAG Urteil-&AZR 161/16 vom 23.03.2017 (Bezahlung ungeplanter Überstunden) gelten gemacht und der BR ist involviert.
Warum ist die Umsetzung nach dem Urteil, eigentlich nicht in dem letzten Tarifvertrag mit aufgenommen worden??
Damit wäre es ein wirkliches Muss, uns diese Zeit zu bezahlen. Und wir müssten hier nicht mühsam unsere Rechte einforden und uns eventuell mit einer Individualklage beschäftigen.

:

froh Das ist ein interessanter Gedanke: Die Gewerkschaft soll sich im Rahmen einer Tarifrunde dafür verkämpfen, dass die bestehende Rechtslage zu Überstunden noch einmal vertraglich begründet wird.

Dies haben die Arbeitgeber in den letzten Tarifverhandlungen fast erreicht. Denn im Eingungspapier heißt es -
»Die VKA verständigt sich mit den Gewerkschaften auf folgende Absprachen:
a) Die Tarifvertragsparteien werden in den Verhandlungen nach Veröffentlichung der Gesetzesänderungen zur Krankenhausfinanzierung (Refinanzierung der Personalkosten in der Pflege) auch die Thematik der Entstehung von Überstundenzuschlägen bei Wechselschichtarbeit im Krankenhausbereich einbeziehen.«


Die Arbeitgeber wollen wohl die »Thematik« dabei durch eine »Klarstellung« abräumen. Das wollen wir nicht. Wir wollen, dass die Betriebsräte die Anordnung von Überstunden mitbestimmen und zügeln. Wir wollen, dass die Betriebsräte Arbeitszeitkonten (TVöD § 10) einrichten lassen, auf die die Kolleginnen ihre Vergütungsansprüche für Überstunden buchen können und so Freizeitausgleich nach ihren Interessen bekommen. Wir wollen, dass die Betriebsräte die Durchführung des TVöD überwachen und erzwingen.

verdi Das wird mühsam. Da gibt es kein Abkürzung durch Verzicht in Tarifgesprächen.
Alex
Frage # 199
25.07.2019 | 12:24
Tarif, MAV, BR

Ich arbeite im 3 Schichtsystem in der Pflege. Ich habe oft lange Schichten am Stück (Minimum 9) Oft muss ich nach diesen langen Diensten auch noch von spät (bis 22 Uhr) auf Frühdienst (ab 7 Uhr) springen. Somit kann ich meine Ruhezeit nicht einhalten. Denn entweder ist man Zuwenig Personal ( mittags 2) da kann man ja nicht früher gehen oder es kommt was anderes dazwischen.

Einerseits heißt es ich muss meine Schicht voll arbeiten und andererseits heißt es ich bin selbst dafür verantwortlich meine Ruhezeit einzuhalten denn im Falle eines Unfalls oder dergleichen weil ich übermüdet bin und zu Schaden komme stehe ich alleine da.

Was kann ich da tun ? Auf Nachfrage dazwischen frei zu bekommen würde nicht reagiert.

:

Welche "Tarif"? Was nun - Mitarbeitervertrtung oder Betriebsrat?
Wenn wir raten müsssen, können wir Dir schwer raten.

kapiert Du brauchst Deine Ruhezeiten nicht einhalten.

froh Dein Arbeitgeber darf Dich am Ende der werktäglichen Arbeitszeit erst wieder arbeiten lassen, nachdem er Dir eine mindestens 10 stündige Rühezeit gewährt hat.
froh Dein Arbeitgeber darf Dich an einem Werktag (24 Stunden ab Arbeitsaufnahme) nicht zu mehr als 10 Arbeitsstunden einteilen.

Auf die Anzahl des Personals kommt es dabei nicht an.
Andrea
Frage # 198
24.07.2019 | 14:29
BAT-KF , MAV / MVG-EKD
Vollzeit

ich hatte vom 2-6. Juli 2018 ein Seminar über Dienstpläne.
Mir wurden für den 2.Juli 5 Stunden , für den 3.-5. Juli je 6 Stunden und für den 6.07. 4,5 Stunden berechnet.
Ich zoffe mich immer noch mit unserer Einrichtungsleitungsleitung um die Stunden. Habe ihr auch schon mitgeteilt , dass eine Seminarstunde von 0,45 Stunden eine Arbeitsstunde ist.
Wie kann ich noch argumentieren?

:

Zunächst bestimmt die MAV die Arbeitszeiten allen Beschäftigten mit - auch Deine . Sie stellte also sicher, dass Du Deine gesamte Zeitschuld festgesetzt bekamst.

Dann regelt MVG § 19 in Absatz 3 abschließend -
»Den Mitgliedern der Mitarbeitervertretung ist für die Teilnahme an Tagungen und ehrgängen, die ihnen für die Tätigkeit in der Mitarbeitervertretung erforderliche Kenntnisse vermitteln, die dafür notwendige Arbeitsbefreiung ohne Minderung der Bezüge oder des Erholungsurlaubs bis zur Dauer von insgesamt vier Wochen während einer Amtszeit zu gewähren. Berücksichtigt wird die tatsächliche zeitliche Inanspruchnahme, höchstens aber die bis zur täglichen Arbeitszeit einer vollzeitbeschäftigten Mitarbeiterin oder eines vollzeitbeschäftigten Mitarbeiters. Über die Aufteilung des Anspruchs auf Arbeitsbefreiung zur Teilnahme an Tagungen und Lehrgängen auf die einzelnen Mitglieder kann eine Dienstvereinbarung abgeschlossen werden.«

Es braucht also keine weiteren Argumente. Jeder Seminartag hat Dich von der - ansonsten / ohnehin - von Euch festgesetzten Schicht freigestellt. Der Schichtplan ändert sich durch die Seminraentsendung nicht.
Rifka
Frage # 197
24.07.2019 | 07:32
TV AWO Baden , Betriebsrat / BetrVG, Betriebsrat
Pflegeheim Schichtdienst, laut Vertrag 50%, z. Zt. Nachtwache

Unser Dienstplan wird erst am 20sten des Vormonats ausgehängt. Dieser ist aber noch nicht verbindlich, denn die PDL behält sich Änderungen vor (Aushang neben dem Plan). Sie sagt, sie könne innerhalb von 3 Tagen durch handschriftlichen Eintrag auf den Dienstplan Mehrarbeit anordnen. am 24.07. morgens.

Nun wurde mir Anfangs des Monats für den 24sten handschriftlich eine zusätzliche Nacht eingetragen, diese dann wieder ausgetragen - ohne Absprache mit mir. An meinem letzten Dienst 18./19.07. stand da noch frei. Nun hat mr meine PDL per Whatsapp mitgeteilt, dass ich diese Nacht arbeiten muss..

Die Betriebsratsvorsitzende ist die Mutter der PDL, also ist eh alles vom Betriebsrat abgesegnet.

:

Du mailst an den Betriebsrat, ebenso an die Personalleitung -
»Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Betriebsrat bestimmt die Verteilung und Lage meinerArbeitszeit mit. Das ist gut so, denn so kann ohne ausdrückliche Zustimmung nicht in meine Lebensplanung eingegriffen werden.
Leider kann ich nicht erkennen, welche der zahlreichen und kurzfristigen Abänderung meiner Dienstpläne so die Zustimmung der gesetzlichen Interessenvertretung gefunden haben. Wahrscheinlich geht es ihr wie mir - ich werde auch nicht gefragt.
Ich kann noch nicht einmal erkennen, wann der Arbeitgeber selbst eine verbindliche Anordnungen treffen will, da er deren Mitteilung zunächst ausdrücklich unter den Vorbehalt seines Widerrufs stellt.
All das beeinträchtigt und beschwert mich (BetrVG § 84 / § 85). Bitte teilen Sie mir zeitnah mit, ob Sie meine Beschwerde für berechtigt erachten und welche zeitnahe Abhilfe möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen .....«

Rechne mit Unruhe.
Thomas
Frage # 196
24.07.2019 | 00:36
TVöD-K ,
schutzlos, Wechselschicht

Unser Dienstplan wird vom Dienstgeber ohne Berücksichtigung unserer Wünsche erstellt.
Es heißt ausdrücklich dass wir kein Recht hätten Wünsche zu äußern.
Was mache ich nun bei einem wichtigen Facharzttermin? Darauf wartet man erfahrungsgemäß sehr lange, welche Möglichkeiten habe ich nun einen solchen Termin wahrzunehmen ohne darauf hoffen zu müssen zufällig an diesem Tag frei zu haben?

:

Zunächst kündigst Du - »Am .... falle ich wegen einer ärztlichen Behandlung voraussichtlich bis .... Uhr aus. Ich werde das belegen.«

Am Behandlungstag bekommst Du auf Deine Bitte hin an der Theke der Arztpraxis einen kleinen Beleg - »Dieser Termin war aus organisatorischen Gründen nur so möglich.«

Du teilst per Email dem Arbeitgeber mit:
»Sehr geehrte Damen und Herren,
die Berücksichtigung meiner Lebensplanung (Wünsche) ist aufgrund GewO § 106zusatzGewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des Arbeitgebers Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. Voraussetzung einer verbindlichen und wirksamen Anordnordnung der Arbeitszeit. Es ist also im beiderseitigen Interesse, wenn Sie hier zeitnah die betriebliche Praxis der Gesetzeslage anpassen.
Mit freundlichen Grüßen ....«
Sozialdienstmitarbeiter
Frage # 195
23.07.2019 | 16:22
AVR Caritas, Sonderaufagben

Hallo liebe Kollegen,

wir sind ein kleines Wohnheim der Eingliederungshilfe nach §53 SGB XII. Verschiedne Mitarbeiter, aus den verschiedensten Arbeitsbereichen haben Sonderaufgaben zu übernehmen.
Ein Mitarbeiter der Pflege ist Sicherheitsbeauftrater, ein Mitarbeiter der Arbeitstherapie ist Datenschutzkoordinator, ein anderer Fahrzeugbeauftragter, ich bin Qualitätsmanagementbeauftragter, etc..

Alle genannten Sonderaufgaben sind nicht in den jeweiligen Arbeitsverträgen benannt, sondern wurden mehr oder weniger übergestülpt oder von Vorgängern an aktuelle Mitarbeiter "vererbt".

Gibt es in den AVR Regelungen, ob diese Sonderaufgaben vergütet werden können/ müssen? Kann ein Mitarbeiter sein "Ehrenamt" einfach niederlegen?

Danke für eure Antworten

:

Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme der Beschäftigten mit Arbeitszeiten.
Max
Frage # 194
19.07.2019 | 01:53
TVöD Bund
? Interessenvertretung
ca. 130.Kollegen im Wechselschichtdienst an 365. Tagen im Jahr Früh, Spät, Nacht.

Wir haben einen Dienstplan der uns schon für das ganze Jahr vorliegt, was sicherlich ein riesiger Vorteil ist. Die Feiertage werden wechselnd jährlich immer auf die Kollegen aufgeteilt.

Wir sind in unterschiedliche Dienst Gruppen aufgeteilt um das die Feiertagsarbeit sich verschiebt um das z.b. nicht immer die selben Kollegen an Heilig Abend arbeiten müssen.

Laut Regeldienstplan muss ich z.b. am 1.Maiarbeiten. Meine Arbeitskraft wird aber nicht benötigt weil laut Feiertagsdienstplan eine andere Dienstgruppe dran ist. (Es wird an den Feiertagen immer nur ein geringer Teil der Kollegen benötigt)

Wie muss mein Arbeitgeber mit den Arbeitsstunden von mir an diesen Tag umgehen? Muss er die Stunden von der Sollarbeitszeit abziehen und bei der Istarbeitszeit wieder rauf rechnen? Ich muss ja laut Dienstplan eigentlich arbeiten.

:

Der TVöD (Bund wie auch -V) regelt in § 6 Abs. 3 -

»Die regelmäßige Arbeitszeit vermindert sich für jeden gesetzlichen Feiertag, sowie für den 24. Dezember und 31. Dezember, sofern sie auf einen Werktag fallen, um die dienstplanmäßig ausgefallenen Stunden.
Protokollerklärung zu Absatz 3 Satz 3:
Die Verminderung der regelmäßigen Arbeitszeit betrifft die Beschäftigten, die wegen des Dienstplans am Feiertag frei haben und deshalb ohne diese Regelung nacharbeiten müssten.«


Du musst im 1. Mai planmäßig arbeiten. Dich stellt nicht etwa der TVöD von dieser Arbeit frei , sondern ArbZG § 9. Du musst weder trotz des Feiertags nach Plan arbeiten, noch stellt Dich Dein Dienstplan bereits auch 'ansonsten / ohnehin' an diesem Tag frei.

Deine Zeitschuld bleibt unverändert, ebenso der Jahresplan. Der Feiertag stellt Dich von der eingeplanten Arbeitspflicht frei, als ob Du sie gearbeitet hättest. Du brauchst die Stunden nicht wannnanders nacharbeiten.
Arbeitsbiene
Frage # 193
18.07.2019 | 19:01
TVöD-K
? Interessenvertretung ?
Schichtarbeit
Wir bekommen zu unseren Stunden tgl. 12 min. Umkleidezeit gut geschrieben. Jetzt hat unser Arbeitgeber bemerkt, dass dies in einem Zeitraum von 3,5 Jahren im Nachtdienst von der Stationsleitung und von der Abrechnungsstelle gemacht wurde. Jetzt sollen wir diese Stunden nacharbeiten.
Von uns hat dies niemand bemerkt. Für manche Kolleginnen sind das über 20 Stunden.
Für welchen Zeitraum kann der Arbeitgeber diese Stunden zurück fordern?

:

Der Arbeitgeber hat aus dem deutschen Arbeitsrecht nie einen Anspruch, Dich etwas 'nacharbeiten' zu lassen.
kapiert Der Arbeitgeber hat sich über den Arbeitsvertrag verpflicht, Dir monatlich Dein Entgelt zu zahlen. Im Gegenzug hat er das Recht, Dir die gekaufte Arbeitszeit festzulegen.
wütend Hättest Du eine Interessenvertretung, würde dies dies mitbestimmen.

Der Arbeitgeber hat nicht die gesamte Arbeitszeit (von der ersten Arbeitshandlung Umziehen bis zur letzten Arbeitshandlung Umkleiden) im Plan festgelegt. Sein Pech.

Die zurückliegenden Schichtplanturnusse sind abgeschlossen.
Fraglich ist bereits, ob er aufgrund seines Irrtums nun den laufenden Plan noch mit zusätzlichen Stunden auffüllen darf.
Agnes
Frage # 192
18.07.2019 | 11:59
TVöD , Betriebsrat / BetrVG
3 Schichtbetrieb
50% Teilzeit nach einem Schichtplan.
Ich war im letzten Monat auf einer Ganztagesfortbildung, sie war ausgeschrieben 8.00 Uhr bis 16:30 Uhr. Unser Dienstplanprogramm rechnet bei dem Kürzel FB (Fortbildung) bei Teilzeitkräften nur anteilig die Stunden an. Die Leitung müsste dann händisch die tatsächlichen Stunden nachtragen. Meine Leitung hat dies vergessen.I ch habe die fehlenden Stunden nachgefordert. Teilzeitkräfte einer anderen Abteilung bekamen den ganzen Tag (7,7 Stunden) gut geschrieben, die Vollzeitkräfte sowieso. Bei einem abgerechneten Dienstplan muss die Personalabteilung fehlende Stunde nachpflegen. Die Dame der Personalabteilung klärte mich auf, sie müsse erst nachprüfen wie lange die Fortbildung gedauert hätte und würde dann ggf. die Stunden ändern.Die Fortbildung war nicht an meinem Arbeitsort, trotzdem würde die Fahrzeit nicht als Arbeitszeit gewertet. Ich bin die einzige, bei der geprüft wird, bei den anderen wird der Stunden Eintrag der Leitungen so hingenommen. Bin ich zu kleinlich, dass ich das gleich haben möchte wie meine KollegenInnen, deren Leitungen nicht geschlampt haben?

:

Du mailst an den Betriebsrat, in Kopie an die Personalleitung -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage meiner Arbeitszeit mit. Das ist gut so. Ihr bestimmt auch die Arbeitszeit, in der ich durch den Arbeitgeber fortgebildet werde.
Mir wurde so für den ... Juni 2019 geplant Arbeitszeit von 08:00 bis 16:30 Uhr angeordnet. Ich vermute, die Betriebsparteien haben auch die Länge und Lage einer 30 minütigen Pause festgelegt.
Ich weiß, dass die Zeit für die Fahrt zur Arbeitsstelle und von dort in meine Freizeit auch dann noch oder schon als Freizeit gilt, wenn der Arbeitsort wie diesem Fall ungewöhnlich weit entfernt ist.
Ich verstehe nun aber nicht, warum das Dienstplanprogramm für Teilzeitbeschäftigte andere Zeiten ausweist als für die Vollzeitkräfte. Ich verstehe erst recht nicht, wieso die Sachbearbeiterin der Personalabteilung nun die durch den Arbeitsgeber bzw. dessen Beauftragte an diesem Tag tatsächlich beanspruchte Zeit erforschen will. Selbst wenn der Arbeitgeber mich am Ende einer geplanten Schicht früher nach Hause schickt, bleibt dennoch die zu dokumentierende Arbeitszeit dieselbe. Ich brauche nichts nacharbeiten. Im Schichtplanturnus ändert sich beim Saldo sowieso nichts. Der Betriebsrat hat doch sicher nicht für den Fortbildungstag eine gleitende Arbeitszeit für Teilzeitbeschäftigte vereinbart und dies nicht gemäß § 77 BetrVG veröffentlicht.
Dies alles beeinträcht und beschwert mich. Bitte klärt es rasch für mich auf und stellt wieder normale Regeln her.
Liebe Grüße
Agnes«
Ana
Frage # 191
16.07.2019 | 21:05
irgendeine AVR
Interessenvertretung?, Schichtarbeit ?

Eine Mitarbeiterin ist in der Altenpflege Wohnbereichsleitung und langzeitkrank.
Muss der Arbeitsplatz als Wohnbereichsleitung frei gehalten werden?
Oder darf er neu vergeben werden?

:

Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten.

Der Arbeitgeber darf gesunde und kranke Beschäftigte versetzen.
Der Arbeitgeber darf so viele Wohnbereichsleitungen einstellen und einsetzen, wie er lustig ist.
Martin
Frage # 190
15.07.2019 | 14:32
BAT-KF , MAV / MVG-EKD

Mir wurde aus dem Jahr 2018 ein Zeitguthaben von 25 Stunden ins nächste Jahr übertragen. Stehen mir dafür nach BAT-KF § 6 Satz 5 der Zuschlag für Überstunden und das Entgelt nach § 12 zu ? Oder gilt dies erst bei einem Zeitguthaben über 100 Stunden hinaus?

:

BAT-KF § 7 Abs. 6 definiert, was Überstunden sind und einen Teil des Ausgleichs:
»Überstunden sind die Arbeitsstunden, die die oder der Mitarbeitende über den dienst-
planmäßigen oder betriebsüblichen Umfang hinaus geleistet hat, soweit sie die regelmäßige Arbeitszeit (§ 6 Absätze 1 bis 3 und 5) in der Woche überschreiten und später als am Vorvortag angeordnet sind. 2Sie werden als Arbeitszeit im Sinne von § 6 Absätze 1 bis 3 und 5 angerechnet. 3Im Übrigen wird der Zeitzuschlag für Überstunden (§ 8 Abs. 1 Satz 2 Buchst. a) gezahlt, soweit nicht § 8 Satz 4 angewendet wird.«


Beim Übertrag von Regelarbeitszeit von einem ins Folgejahr greift dagegen § 6 Abs. 5 -
»Der Arbeitgeber soll für jeden Mitarbeitenden ein Arbeitszeitkonto einrichten und
verwalten. Auf dem Arbeitszeitkonto ist die geleistete Arbeitszeit gutzuschreiben.
Dem rechtzeitigen Antrag der Mitarbeitenden auf Zeitausgleich vom Arbeitszeitkonto soll entsprochen werden, soweit dienstliche bzw. betriebliche Verhältnisse oder Interessen anderer Mitarbeitenden, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang genießen, nicht entgegenstehen.
Ein Zeitguthaben bzw. eine Zeitunterschreitung von bis zu 100 Stunden wird in das nächste Kalenderjahr übertragen. Bei nicht vollbeschäftigten Mitarbeitenden ist die in Satz 4 genannte Zahl entsprechend dem Verhältnis der vereinbarten durchschnittlichen regelmäßigen Arbeitszeit zur regelmäßigen Arbeitszeit eines entsprechenden vollbeschäftigten Mitarbeitenden zu kürzen. Verbleibende Stunden des tatsächlichen Zeitguthabens der/des Mitarbeitenden werden mit dem auf eine Stunde entfallenden Entgelt (§ 12) zuzüglich dem Zuschlag für Überstunden (§ 8 Absatz 1 Buchstabe a) vergütet. Verbleibende Stunden der tatsächlichen Zeitunterschreitung werden gestrichen.«


verwirrt Du hast Anträge auf Freizeitausgleich gestellt? Die wurden Dir verweigert?
Dann steht Dir die Rechsfolge zu, als wären die 100 übersteigenden Stunden Überstunden gewesen.
dislike Die Regelung ist komplett misslungen. Denn ab dem 01.01.2019 müsste ein Sonderkonto für die übertragene Vorwegarbeit eingerichtet sein, so dass deren Schicksal überhaupt betrachtet werden kann. Bereits daran fehlt es meist.
Steffi
Frage # 189
15.07.2019 | 10:48
privater Betrieb, tariflos, schutzlos
Verdi Mitglied

Ich arbeite in der 1:1 ambul. intensiv-Beatmungspflege. Wir haben mehr als 10 Fest-Vollzeit-Angestellte. Und arbeiten in einer 6 Tage Woche mit 40 Stunden laut Vertrag.
Unsere Dienste beschränken sich auf 12-Stunden-Dienste am Tag und 12-Stunden-Nachtdienst.

Da wir ständig zu wenig Fachpersonal haben, machen wir fast jeden Monat mindestens letzte 4 Monate je 60 bis 70 Überstunden 20 bzw 21 Dienste und ich geht mit der Zeit schon am Stock. Bin ich gezwungen, jeden Monat die Stundenanzel von 250 Stunden zu machen? Damit der Dienstplan abgedeckt wird? Klar versucht unser Chef, Personal einzustellen, aber es klappt leider nicht aus Mangel an Bewerber usw. Er zahlt zwar die Überstunden aus ,aber bei steuerklasse 1 lohnt es sich nicht. Kann ich sagen, ich arbeite nur die reine Soll-Stundenzahl, wenn ich ein Überstunden Konto von plus 200 Stunden habe? Andere Kollegen machen 23 bis 25 Dienste in Monat je 12 Stunden.

:

Die Höchstgrenzen für die tägliche (10 Stunden) und wochendurchschnittliche (etwa 206 Stunden im Kalendermonat für Nachtarbeitnehmer/innen) Arbeitszeit zieht das Arbeitszeitgesetz auch für die amb. Intensivvpflege in privater Hand.

Du hast im Arbeitsvertrag Deine Zeitschuld bestimmt. Vielleicht hast Du Dich da auch zur Leistung weiterer Arbeitszeit, zu Überstunden verpflichtet. Arbeitsrechtler/innen fügen den Begriff "gelegentlich" hinzu, - also sind damit gelegentlich eine weitere Schicht oder im Wochendurchschnitt 2 bis 3 Stunden abgedeckt. Alles weitere baut nur auf Deine Zustimmung / Duldsamkeit.

Du brauchst Deine Verweigerung der Überforderung nicht begründen, nur mitteilen.

Du kannst aber Deinen Chef aufklären, dass es zwischen diesen Überlastungen und seinem Misserfolg bei Neuanwerbungen einen Zusammenhang gibt. Er sollte besser schleunigst seine Verträge mit Patienten auf das Maß reduzieren, für das er im gesetzlichen und vertraglichen Rahmen Arbeitskräfte zur Verfügung hat.
beta
Frage # 188
14.07.2019 | 13:02
TVöD-B , Betriebsrat / BetrVG

verwirrt Schicht. Teilzeit. Altenheim Service. Ich bin seit dem 01.07.19 in Rente.
Bekomme ich noch anteilig Urlaubs- und Weihnachtsgeld?
Das Junigehalt ist bereits gezahlt.
Sonn, und Feiertagszuschlage für Juni fehlen auch noch.

:

TVöD-B § 20 Abs. 1 -
»Beschäftigte, die am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis stehen, haben
Anspruch auf eine Jahressonderzahlung.«

Du stehst ab Juli nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis. Dir steht keine Jahressonderzahlung zu.

Möglicherweise hattest Du am 30.06. noch Anspruch auf Urlaubstage.
BUrlG § 7 Abs. 4 -
» Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.«
Ansonsten regeln BUrlG und TVöD nur, dass Du während Deines Urlaubs Deine Vergütung weitergezahlt bekommst - kein extra 'Urlaubsgeld' wie früher der BAT.

Die Zeitzuschläge sind Dir am Zahltag zwei Monate nach der entsprechenden Leistung auszuzahlen (TVöD § 24).
Marie Wohlfarth
Frage # 187
13.07.2019 | 22:25
AVR DWBO und DD, MAV/ MVG-EKD
(Pflegefachkraft, Mitglied MAV)
Bei uns im Haus gibt es Dauernachtwachen. Bei Ihnen ist es seit einiger Zeit üblich das diese zb. 7Tage Nachtschicht absolvieren und dann gleich in den Urlaub gehen. Also zb. geht die Nachtwache am 07.07. in die Nachtschicht und geht am 14.07 Früh aus der Nachtschicht raus, und hat dann am Montag gleich Urlaub.
Ist dies zulässig, oder müsste nicht zwischen beenden des Nachtschichtblocks und Urlaubsbeginn noch 1-2Tsge liegen?
Diesbezügliche Paragraphen hatten wir schon ins Auge gefasst, allerdings sagt unser PDL das er daraus nicht lesen könne, das dies nicht zulässig ist.

:

Wir beschränken uns im Buch der 100 Fragen auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten. Deine Mitbestimmungsfrage wurde dazu als linkNach-Hilfe-Ruf erkannt und behandelt.
Harald
Frage # 186
13.07.2019 | 13:43
BAT-KF , ? Interessenvertretung
Nachtdienst, 100% bei 10 Stunden pro Schicht, Wir haben eine 5-Tage Woche.

Ich schrieb die Dienstpläne seit Einstellung selbst, bis mir wort-und erklärungslos die Aufgabe abgenommen wurde, soweit nicht schlimm. Ich kann guten Gewissens behaupten, ich habe sie fair und nach den Richtlinien geschrieben.
Seitdem werden diese von einer nicht-Fachkraft geschrieben.
Zuerst wurden meine Blöcke so gekürzt und unterbrochen, dass ich teilweise zwischen einem 5er Block und einem 4er Block, 3 Nächte frei hatte. Chronorhytmus adé.
Bei der Urlaubsplanung wurden von den "Kollegen" einzelne Tage so verplant, dass nur ich arbeiten könnte und somit keinen Urlaub hätte nehmen können. Diese wurden erst nachdem ich meinen Urlaub eintrug, nachträglich so gesetzt.
Weiter wird der September permanent geblockt, da eine Kollegin "ja immer im September Urlaub macht".
Die Kollegen bekommen teilweise mit 3 Wochen Urlaub 5 Wochen frei, durch geschickte Dienstplanschreibung, wobei ich bis zum Freitag morgen vor meinem Samstag beginnenden Urlaub 7-8 Nächte machen muss und nach dem Urlaub am ersten Tag einsteige.
Das begann als ich meinem Vorgesetzten Berichte schrieb und diese deutlich besser als er formulierte. Ich habe das Gefühl von subtilem Mobbing, zudem auch Urlaubsanträge verschwinden und Stundenzettel verschwinden, sodass ich mein Geld verzögert bekomme.
Da mein Vorgesetzter fachlich sowie menschlich äusserst inkompetent wirkt und ist, mir die nächsthöhere Ebene nur Hinhaltefloskeln und Unwahrheiten (wie z.B. wir hätten eine 5,5 Tage Woche), bin ich mittlerweile echt deprimiert und bitte Sie um Rat.

:

Im BAT-KF werden alle Kalendertage, an denen eine regelmäßige Arbeispflicht besteht, als 'Arbeitstage' gezählt. Bei 10-stündigen Nachtschichten mit 5 oder 3 in Folge und 39 Stunden im Wochendurchschnitt kann da schwerlich in einer 5-Tage/Woche gearbeitet werden. Vermutlich ist es in etwa eine 4,5 Tage/Woche.
Eine Dauernachtwache stellt Ihren Lebensrhythmus dauerhaft um. Der Cicardiane Rhythmus sollte deshalb ungestört bleiben. Ausnahmsweise sind 5 Nächt in Folge zulässig. Auch die Kolleginnen im Tagdienst arbeiten etwa 5 Tage und Haben zwei Tage zur Erholung frei. Es gibt keinen Grund, für Dauernachtwachen grundsätzlich andere Regeln zu verlangen. Allerdings ist Dauernachtwache in 39-Stunden (Vollarbeit) wohl nur möglich, falls es sich um leichte Arbeit handelt.

like Falls Ihr eine MAV hättet, würde die über Urlaubsregeln (Verblockungen, Sperren) mitbestimmen.
Urlaubstage ( 30 in der 5-Tage/Woche, 27 Tage in einer 4,5-Tage/Woche) stellen von geplanter Arbeitszeit an Kalendertagen frei. An Freischichten verbrauchst Du keine Urlaubstage; dies führt auch nicht zu zusätzlichen freien Schichten oder zusätzlicher Erholungszeit.
Wer nach dem Urlaub noch Freischichten hat, muss - unterm Strich - nicht weniger Stunden oder Schichten arbeiten. Sie/er arbeitet sie nur wann anders.

kapiert Falls Du an einem Fraitag Urlaub haben willst, musst Du diesen in die von Dir beantragte Urlaubsspanne einbeziehen: "Ich beantrag vom Freitag, den 23.08. bis einschließlich 08.09.2019 gesamt 9 Arbeitstage Urlaub."
Marion
Frage # 185
11.07.2019 | 12:10
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG
wütend
Wir arbeiten im Schichtdienst und unsere Abteilung ist von 6 Uhr bis 23 Uhr laut Dienstzeiten besetzt. Unsere Abteilung ist von Montag bis Freitag regulär tätig und am Wochenende, bzw. an Feiertagen haben 2 MA von 12 bis 20 Uhr Rufdienst.
Mittlerweile läuft es aber so, dass der "Rufdienst" von Haus auf pünktlich um 12 auf der Matte zu stehen hat, da die anfallende Arbeit unter der regulären Arbeitszeit nicht bewältigt werden kann und uns wird von der Abteilungsleitung gesagt, dass müssen wir.
Ist das wirklich noch Rufdienst?
Zum Anderen wurden gestern 7 MA ausgewählt, welche am Samstag ab 8 Uhr zu einem Sonderdienst erscheinen müssen. Als ich anmerkte, dass ich nicht kann, da ich etwas vorhabe, wurde mir nur mitgeteilt, es wäre eine Anordnung unserer Pflegedirektion und somit muss ich, oder es hätte Konsequenzen.
Ich hab nächstes Wochenende dann auch noch Rufdienst, somit würde ich dann 3 Wochen durcharbeiten und bin eh bei fast 70 Überstunden und das als Teilzeitkraft mit einer 30Std./Woche, laut Arbeitsvertrag.

:

Ihr mailt gemeinsam an den Betriebsrat -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage unserer Arbeitszeit mit, dazu gehören auch Rufbereitschaften.
Der Arbeitgeber darf - mit Eurer Zustimmung - Rufbereitschaft nur anordnen, wenn 'erfahrungsgemäß lediglich in Ausnahmefällen Arbeit anfällt' (§ 7.1 Abs. 8). Dies trifft bei uns deutlich nicht zu. Tarifwirdrig wird uns dennoch weiter Rufbereitschaft angeordnet.
Wir wissen wohl - die auf die volle Stunde gerundete Zeit mit Überstundenvergütung stellt uns einserseits günstiger, als wenn es sich um regelmäßige Arbeitszeit ohne extra-Vergütung handeln würde. Doch wird so der Zugriff des Arbeitgebers deutlich über unsere vertragliche Zeitschuld hinaus ausgeweitet.
Dies wollen wir nicht mehr. Und wir wollen deshalb, dass Ihr Eure Zustimmung verweigert. Wir hoffen, bald von Euch zu hören. ....«


Du mailst an den Betriebsrat -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage meiner geplante und darüber hinausgehende Arbeitszeit mit. Meine geplante Arbeitszeit wurde nun am vorigen Samstag um eine überraschende Sonderschicht erweitert. Ich weiß wohl, dass § 7 Abs. 8c überraschende Überstunden auf die Verlängerung geplanter Schichten beschränkt; es handelte sich also nicht um verpflichtende Überstunden und den Anspruch auf Überstundenvergütung. Ich habe mitgeteilt, dass dieser kurzfristige Pbergriff mit meiner Lebensplanung kollidiert. Daraufhin hat mit die Vorgesetzte Konsequenzen angeboten. Handelt es sich dabei nun um eine außertraifliche Vergütung? Habt Ihr dazu bei Eurer Zustimmung zur Planänderung Verabredungen getroffen (Prämien für die besondere Belastung?) Ich bin da sehr gespannt"
Liebe Grüße
Marion....«
Gaby
Frage # 184
10.07.2019 | 18:41
TVöD BT.K, MAV

Wir haben zwar eine die leider nicht uns vertritt, sondern eher unseren Heimleiter.
Meine gesamte Stundenzahl hat sich dadurch ,das ich jetzt Früh und Spätdienste arbeiten muss nicht verringert. Nur die länge der Dienste pro Tag. Um jetzt meine Sollzeit zu erreichen, muss ich viel häufiger ins Geschäft fahren.
Was mir natürlich auch fehlt sind die Nachtwachenzulagen. Habe ich nach 23 Jahren nur Nachtwache, als erxam. Pflegekraft, Anspruch auf eine Entschädigung? evtl.Bestandsschutz? LG Gaby

:

Wir haben Dir geraten, den von uns skizzierten Brieg zu schreiben. Er betrifft alle Deine Ansprüche.

Dein Arbeitsverhältnis besteht unverändert und wird durch den Arbeitgeber nicht in Frage gestellt. Formal belastet Dich der Tagdienst weniger, Dir stehen daher weniger Zulagen als Belastungsausgleich zu.

Für einen 'Gewohnheitsrecht' braucht es einen von Dir nachzuweisenden Bindungswillen des Arbeitgebers und die Bereitschaft, ihn zu verklagen.
Gaby
Frage # 183
10.07.2019 | 10:40
TVöD-K
MAV
Teilzeit 70%
Bis zum 30.6.2019 nur Nachtschicht und das seit 1.7.1996. Seit Juli in den Tagdienst versetzt, Wechselschicht,
Nach 2 Wochen Krankheit wurde ich ohne Ankündigung - weder mündlich nach brieflich -in den Tagdienst versetzt.
Im Arbeitsvertrag wurde nicht ausdrücklich das Wort Nachtwache erwähnt, mündlich arber wurde nur Nachtschicht-damals gesucht- garantiert.
Was kann ich machen?

:

Du mailst an die Mitarbeitervertretung -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt - neben der Verteilung auf die Wochentage - auch die Lage meiner Arbeitszeit mit, Dabei achtet Ihr zunächst darauf, dass sich die Anordnungen im gesetzlichen und vertraglichen Rahmen halten. Dieser wird in meinem Fall verletzt. Denn ich wurde nach 23 Jahre Nachtarbeit unvermittelt und kurzfristig dem Tagdienst zugeordnet.
Dies verstößt gegen GewO § 106zusatzGewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des Arbeitgebers Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen., denn ohne Rüchsprache mit mir fehlt es am billigen Ermessen, dem Abwägen möglicher betrieblicher Interessen gegen meine. Ich weiß wohl, dass ich deshalb diesen Anrodnungen gar nicht Folge lesiten muss. Weit lieber wäre mir allerdings, wenn Ihr hier vermittelt. Seid Ihr darüber informiert worden, dass Tagdieste nicht zu meiner Lebensplanung passen? Hat die Betriebsärztin gegen diesen Eingriff in meinen Chronorhythmus keine Bedenken geäußert? Sind Euch betriebliche Interessen beaknnt gegegeben worden, die sie rechtfertigen? Ist TzBfG § 8 Abs. 5 hier zu beachten, oder analog TVöD § 11 Abs.1?
Bitte meldet Euch zeitnah um mitzuteilen, was Ihr als Abhilfe meiner Beschwerde erreichen konntet.
Liebe Grüße Gaby«
Sabine
Frage # 182
09.07.2019 | 13:04
BAT-KF , MAV / MVG-EKD
ständige Wechselschicht.
Im BAT-KF unter § 7 (1) steht, Wechselschicht ist die Arbeit nach einem Schichtplan,..., bei denen Mitarbeiter durchschnittlich längstens nach einem Monat erneut zur Nachtschicht herangezogen werden.
Ich habe Anfang Mai Nachtschichten geleistet und die nächsten Nachtschichten Ende Juni. Dafür habe ich keinen Zusatzurlaub nach § 26 bekommen. Wie ist der § 7 genau zu verstehen?

:

Es regelt -
»BAT-KF § 7 Sonderformen der Arbeit
(1) Wechselschichtarbeit ist die Arbeit nach einem Schichtplan, der einen regelmäßigen Wechsel der täglichen Arbeitszeit in Wechselschichten vorsieht, bei denen Mitarbeitende durchschnittlich längstens nach Ablauf eines Monats erneut zur Nachtschicht herangezogen werden. Wechselschichten sind wechselnde Arbeitsschichten, in denen ununterbrochen bei Tag und Nacht, werktags, sonntags und feiertags gearbeitet wird. Nachtschichten sind Arbeitsschichten, die mindestens zwei Stunden Nachtarbeit umfassen.«

Diese Regelung ist aus dem TVöD (Allgemeiner Teil) abgeschrieben. Dazu gibt es Rechtsprechung (BAG Urteil 13.6.2012 - 10 AZR 351/11):
»Hinsichtlich der geforderten Nachtschicht kann nach § 7 Abs. 1 Satz 1 TVöD eine Durchchnittsbetrachtung angestellt werden. - Allerdings wird - abgesehen von hier nicht einschlägigen Ausnahmen - weder eine gleichmäßige Verteilung der verschiedenen Schichtarten noch die Ableistung einer Mindestanzahl bestimmter Schichten verlangt. .... Hinsichtlich der Zulage für nicht ständige Wechselschichtarbeit nach § 8 Abs. 5 Satz 2 TVöD gelten die gleichen Grundsätze. Allerdings wird die Anspruchsentstehung dadurch erleichtert, dass der Monatsrhythmus - anders als nach § 7 Abs. 1 Satz 1 TVöD iVm. § 48 Abs. 2 TVöD-BT-K für den Bereich der Krankenhäuser - bei der Heranziehung zur Nacht-chicht nur durchschnittlich eingehalten werden muss (vgl. zu § 33a BAT: BAG 5. Juni 1996 - 10 AZR 610/95 - zu III 1 der Gründe, AP BAT § 33a Nr. 10; Clemens/Scheuring/Steingen/Wiese § 7 Rn. 8). Eine Durchschnittsberechnung kommt aber nur dann in Betracht, wenn der Beschäftigte über einen längeren Zeitraum oder immer wieder zur nicht ständigen Wechselschichtarbeit herangezogen wird. .... Entgegen der Auffassung der Beklagten ist nicht erforderlich, dass die Wechselschicht- oder Schichtarbeit durchgängig einen Monat geleistet wird. Dafür ergeben sich weder aus dem Wortlaut noch aus der Systematik der tariflichen Regelung Anhaltspunkte. Anders als zB § 14 Abs. 1 TVöD verlangt § 7 Abs. 1 und Abs. 2 TVöD dies nicht. Auch Sinn und Zweck der Zulagen (vgl. dazu BAG 24. März 2010 - 10 AZR 58/09 - Rn. 32, BAGE 134, 34) erfordern keinen durchgängigen Mindesteinsatz. Vielmehr liegt eine Abweichung vom regulären Lebensrhythmus schon dann vor, wenn ein gelegentlicher oder vorübergehender Einsatz in Wechselschicht- oder Schichtarbeit erfolgt. Auch diese Einwirkung - die im Vergleich zur ständigen Wechselschicht- oder Schichtarbeit ein geringeres Maß erreicht - haben die Tarifvertragsparteien als ausgleichswürdig angesehen und deshalb die (im BAT nicht vorhandene) Zulagenregelung für nicht ständige Wechsel-schicht- bzw. Schichtarbeit ge-schaffen.«
Im BAT-KF ist Dein Ausgleichszeitraum ausdrücklich das Kalenderjahr. Wirst Du im Jahr 12 mal oder öfter "erneut" (also aus vorhergehender Tagschicht) zur Nachtschichten herangezogen, leistest Du Wechselscchichtarbeit. In der Konsequenz: Zulage und Zusatzurlaub!


Margot
Frage # 181
08.07.2019 | 09:57
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG
Schichtsystem (auf eigenen Wunsch nur S und N). Dienstplanturnus ist ein Monat. TZ 0,52%.

Im Monat August habe ich in den letzten 2 Wochen Urlaub, 10 Tage. In den Wochen vorher bin ich mit 12 Diensten á 8 Stunden eingeplant. Ohne die Urlaubswoche hätte ich noch nicht einmal ein Problem damit. So sieht es allerdings aus, als würde mein Urlaub einfach in Mehrarbeit umgewandelt werden. Wäre das nicht sowieso schon ein Verstoß gegen das TzBG? Muss ich das so hinnehmen? Den Betriebsrat hab ich noch nicht informiert.

:

Du mailst an an den Betriebsrat -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage der Arbeitszeit mit, nicht jedoch die Freistellung von diesen geplanten Schichten zum Beispiel anlässlich mir auf meinen Antrag hin gewährten Urlaubs hin. So weit ist das gut.
Abweichend vom TVöD-K teilen die Betriebsparteien meine wochendurchschnittliche Zeitschuld (20 Stunden) über einen Tunrus von einem Kalenderrmonat ein. Im Schichtplanturnus Augsut schulde ich so 88,6 Stunden (31 mal 2,86 wochentägliche Stunden). Der Dienstplann teilt mich zu 12 mal 8 Stunden ein, als zu 96 Stunden bzw. 7,4 Überstunden - ohne betriebliche Notwendigkeit (TVöD § 6 Abs. 5).
Im Anschluss an die Arbeitszeit und an die Überstunden weist der Plan für mich zwei Wochen Urlaub aus. Für diese Zeit ist für mich keine weitere Arbeitszeit einzuplanen, dies wären ja weitere betrieblich nicht notwendige Überstunden. Der Urlaub kann mich also auch nicht davon freistellen. Kurz - während des Urlaubs verbrauche ich keinen meiner Urlaubsanspruchstage. So weisen es aber die Pläne bislang nicht aus.
Bitte stellt im Zuge Eurer Mitbestimmung sicher, dass ich im August nicht zu Überstunden herangezogen werden. Und stellt sicher, dass mir mein gesamter unverminderter Unrlaubsanspruch ausgewiesen wird.
Mit freundlichen Grüßen ....«

Berni
Frage # 180
07.07.2019 | 19:03
AVR Caritas  (Anlage 32 oder 33), MAV / MAVO
wütend wütend
In unserem Wohnheim kommt es immer wider zu Fehlern im Dienstplan.
So ist es schon häufiger vorgekommen, dass im Frühdienst plötzlich (geplant) drei Kolleginnen anwesend waren, obwohl nur zwei gebraucht wurden. Der Spätdienst war dagegen unterbesetzt. Unsere Leitung handhabt es, dann so, dass sie einen Kollegen wieder nach Hause schickt und dieser dann den Spätdienst übernehmen muss bzw. das, wenn der Spätdienst ausreichend besetzt ist einen Tag" frei" machen kann. Die Begründung für diese Praxis lautet in der Regel, dass wir den Dienstplan selbständig auf Fehler überprüfen und diese dann zurückmelden können.
Ist so etwas rechtens oder können wir uns dagegen wehren?
Unsere MAV ist in diesen Fragen eher inaktiv oder stellt sich auf die Seite des Dienstgebers.

:

Euer Arbeitgeber ordnet Euch - wohl mit ausdrücklicher Zustimmung Eurer MAV - Schichten an.
Wahrscheinlich wweis weder der Arbeitgeber, noch die MAV, wie viel Arbeitsanfall früh oder spät an einem bestimmten Tag in der der Zukunft (vier oder sechs Wochen im voraus) zu bewältigen ist. Es gibt also keine 'Fehler' im Plan, lediglich mehr oder weniger zutreffende Annahmen, Bedarfe und Intesssensvoraussagen (Wünsche). Sie sind das Ergebnis betrieblicher Organisationskonzepte.
Wahrscheinlich kennt die MAV diese nicht und soll sie doch gegen Eure Wünsche abwägen (billiges Ermessen, § 106 GewO).
like Niemand von Euch kann oder muss das alles überprüfen. Für Euch sind die Pläne festgelegt, verbindlich und verlässlich. Die Vorgesetzte ordnet sie an, damit sie sich darauf verlassen kann - Ihr stellt dann und genau dann Eure Arbeitsleistung zur Verfügung. Diese Verlässlichkeit besteht also gegenseitig - oder gar nicht.
Die Vorgesetzte ist frei, einzelne von der festgesetzten Arbeitspflicht zu entbinden und Frei zu geben. Sie sollte - nach Zustimmung der MAV - solche Gunstbeweise gleichmäßig verteilen. Jeder darf mal Geld verdienen ohne Arbeit. Die festgelegt Arbeit braucht nicht nachgearbeitet zu werden. Zusätzliche Arbeit an einem anderen Tag wäre ja zusätzlich zu vergütende überraschende Überstunden (Anl. 32 § 4 § 8c).
kapiert Ihr könnt bei jeder überraschenden Zumutung zunächst einwenden - »Da habe ich Zweifel, ob es die dazu zwingend notwendige Zustimmung der MAV hat. Die hat mich auch noch gar nicht gefragt, ob mir das passt ..«
Frank Erhorn
Frage # 179
07.07.2019 | 13:55
AVR Caritas  (Anlage ??), MAV / MAVO
Schichtarbeit früh / spät.
wütend Wir müssen seit einiger Zeit jedes Dienstwochenende geteilte Dienste arbeiten. Unsere vorherige MAV hat dem schriftlich zugestimmt, aber durch keine Betriebsvereinbarung. Die MAV hat dem zugestimmt, weil es hieß, wenn keine geteilten Dienste dann haben wir auch kein zusammenhängendes Wochenende mehr. Also kein Samstag und Sonntag. Was wir jetzt aber haben. Ist dieses Argument zulässig? Wir würden diese Vereinbarung gerne kündigen, geht das?. Müssen die geteilten dienste nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag vereinbart worden sein.

:

Es gibt kein Gesetz, dass Argumente zulässt oder verbietet.
Es gibt einen Arbeitsvertrag, der sich auf die Schutzbedingungen der AVR bezieht. Die regeln die Sonderformen (Belastungen) durch Arbeitszeitverteilung. Geteilte Dienste / Doppelschichten regeln sie nicht. Diese sind auch aufgrund ArbZG § 6 Abs. 1 unzulässig.

Eine Dienstvereinarung hierüber wäre also rechtswidrig und nichtig geblieben. Sie wurde nicht abgeschlossen. Es braucht udn kann nicht gekündigt werden. Es reicht, die MAV aufzufordern, nur noch rechtskonformen Plänen zuzustimmen und Eure Wünsche zu den Wochenenden sehr ernst zu nehmen.
Bobbi
Frage # 178
07.07.2019 | 07:54
TVöD VKA , Personalrat
Schichtarbeit, nicht mitbestimmter Dienstplan

Wer ist dafür zuständig eine Gefährdungsbeurteilung zu schreiben?
Es geht um die Analyse der Alleinarbeit bei uns im Betrieb.

:

Ihr schreibt - am besten gemeinsam - an den Personalrat,
in Kopie an die Personalleitung:

»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nur mit Eurer Zustimmung können uns Arbeitszeiten und Gesundheitsschutzmaßnahmen angeordnet werden. Das Personalvertretungsgesetz unterwirft ja die Festlegung der in der Beurteilung unserer Arbeitsplätze als erforderlich zu erkennenden Maßnahmen zu unserem Gesundheitsschutz und unsere regelmäßigen wie die außerordentlichen Einweisungen in diese Maßnahmen Eurer Mitbestimmung.
Das klappt nicht so gut. Damit läuft die Regelung des § 12 ArbSchG leer (Einweisung vor der Arbeitsaufnahme), ebenso unser Informationsanspruch aus § 14 MuSchG.
Wir wissen nicht woran es hapert - an der Überforderung des ASA, an der Überlastung des Personalrates oder an einer Anders-Interessiertheit des Arbeitgebers. Da wir an unseren Arbeitsplätzen Belastungen durch Schicht- und Alleinarbeit erkennen, sind wir an den deshalb notwendigen Schutzmaßnahmen interessiert. Wir hoffen, Ihr auch und dass Ihr Euch zeitnah meldet, um über Eure Initativen im Zuge der Überwachung der Gesetze und ihrer Duchführung zu berichten.
Liebe Grüße ...... «
Simone
Frage # 177
06.07.2019 | 14:07
TV-L Schichtarbeit mit Bereitschaft (anwesend ) und Rufbereitschaft
? Interessenvertretung

Feiertage die auf einen Werktag oder auf einen Samstag fallen werden meiner Soll-Arbeitszeit zugerechnet. Habe ich an einem Feiertag frei oder bin krank, trage ich in meiner Arbeitszeitberechnung 1/5 der regelmäßigen Wochenarbeitszeit in die Spalte soll -AZ VÄ ein. So reduziert sich das Monats-Soll um die Stunden des gesetzlichen Feiertags.
Wie verhält es sich wenn ich an einem Feiertag Rufbereitschaft leiste und nicht gerufen werde?
Es müsste in diesem Fall doch auch eine Reduzierung des Stunden-Solls geben ?

:

Der TV-L hat unterschiedliche Feiertagsregeln - je nachdem, zu welcher Branche der Betrieb / die Dienststelle zuzurechnen ist.
So sind Uniklinika z.B. über den § 43 besonders geregelt. Vielleicht bist Du dem zugeordnet. oder eine Ärztin. Dann gilt ...
»Für Beschäftigte, die regelmäßig nach einem Dienstplan eingesetzt werden, der Wechselschicht- oder Schichtdienst an sieben Tagen in der Woche vorsieht, vermindert sich die regelmäßige Wochenarbeitszeit um ein Fünftel der arbeitsvertraglich vereinbarten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit,
wenn sie an einem gesetzlichen Feiertag, der auf einen Werktag fällt, nicht wegen des Feiertags, sondern dienstplanmäßig nicht zur Arbeit eingeteilt sind und deswegen an anderen Tagen der Woche ihre regelmäßige Arbeitszeit erbringen müssen. 9In den Fällen des Satzes 8 gelten die Sätze 4 bis 7 nicht.
Protokollerklärung zu § 6 Absatz 3 Satz 3:
Die Verminderung der regelmäßigen Arbeitszeit betrifft die Beschäftigten, die wegen des Dienstplans frei haben und deshalb ohne diese Regelung nacharbeiten müssten.«


Du hast offenbar an einem Feiertag frei von regelmäßiger Arbeitszeit. Vielleicht wegen des Feiertags. Dann wäre die Zeitschuld nicht zu vermindern. Oder wegen des Dienstplans. Dann wäre die Zeitschuld zu vermindern.
Es kommt nicht auf den Monat an - der TV-L regelt wochendurchschnittliche Zeitschuld.
Es kommt nicht auf Montag bis Freitag an, auch Feiertage an Samstagen fallen auf Werktage.
Es kommt nicht auf die Länge des Feiertags an (24 Stunden). Die Verminderung umfasst nur ein Fünftel Deiner wochendurchschnittlichen Zeitschuld.
Die Rufbereitschaft am Feiertag ohne Inanspruchnahme beschäftigt Dich. Wer beschäftigt wird, erhält gemäß ArbZG § 11 einen Ersatzruhetag. Dieser aber vermindert Deine Zeitschuld nicht.
Gepa
Frage # 176
05.07.2019 | 14:11
AVR

was kann ich tun, wenn die MAV in unserem Haus trotz mehrfacher Bitten nicht tätig wird?

Ist das richtig, wenn die Einrichtungsleitung gekündigt hat (ist noch bis Mitte Juli tätig), Anliegen der MAV so lange liegen bleiben müssen, bis eine neue Einrichtungsleitung eingestellt wurde?

froh Über Antworten freue ich mich und wünsche noch einen angenehmen Arbeitstag.

:

Dein Arbeitsvertrag hat eine  AVR  in Bezug genommen. »AVR« meint Arbeitsvertragsrichtlinie; solche Richtlinien sind das Kleingedruckte für Deinen Arbeitsvertrag. Solche Richtlinien gibt es viele: AVR der Caritas - differenziert nach Anlagen, AVR DD (früher AVR DW EKD), AVR Bayern, AVR-K, AVR DD, AVR KW, AVR Wue ... In jeder dieser Richtlinien finden wir andere Regeln. Wenn Du uns schreibst, was da genau bei Dir wirkt und gilt, können wir mehr raten.

Wir wissen nicht, zu welchem Anliegen Du von Deiner MAV Aktivität erwartest.

like Manches muss der Arbeitgeber von der MAV nötigenfalls erzwingen (Zustimmung zur Verteilung der Arbeitszeit, Zustimmung zu Maßnahmen des Gesundheitsschutzes).

dislike Dagegen sind die Überwachungsaufgaben der MAV recht schmalbrüstig ausgelegt. Kann sie machen, muss sie nicht, hilft auch wenig.

Grüße vom Gardasee
die Schichtplan-Fibel
Uschi
Frage # 175
04.07.2019 | 16:02
AVR Caritas  (Anlage 33), MAV / MAVO

Ich arbeite in einem kleinem Heim der Behindertenhilfe.
Da sich die Bedarfe der Bewohner geändert habe, werden ab nächsten Monat sogenannte Schlafbereitschaften eingeführt. Unser DG sagt, dass die Zeit nach dem Arbeitsschutzgesetz in vollem Umfang als Arbeitszeit zählt und er uns somit eine Pause abziehen muss, auch wenn ich das Heim während dieser zeit nicht verlassen darf.
Hat er damit recht oder muss er die„ Pause" dann wenigstens bezahlen?
kleinmütig verzagt

:

Bereits früher stellten wir hierzu klar:
❍ Euer Arbeitgeber muss zunächst eine aktuallisierte Erfassung und Beurteilung der Belastungen an Euren Arbeitsplätzen durchführen.
❍ Die Betriebsparteien legen dann die so als notwendig erkannten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz fest.
❍ Muss tatsächlich 'ununterbrochen' gearbeitet werden, auch nachts? Dies ist eine erhebliche Belastung.
❍ Muss länger als sechs Stunden ohen Pause gearbeitet werden? Eine erhebliche und gesetzwidrige Belastung.
❍ Die Betriebsparteien legen nicht nur Beginn und Ende der Schichten mit (auch wenn sie dass irrtümlich Schlafwache nennen). Sie legen auch Beginn und Ende der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen fest.
❍ Falls der Arbeitgeber dann diese Pause tatsächlich gesetzwidrig nicht gewährt, muss er die Arbeitszeit vergüten. Vergütung hat nichts mit Gesundheitsschutz zu tun. Sondern mit Lesitung.
❍ Die Vergütung beträgt stets mindestens 9,19 € (in Deutschland Mindestlohn). Darauf, dass der Arbeitgeber die Arbeitszeit 'Schlafwache' nennt, kommt es nihct an.
Isor 123
Frage # 174
03.07.2019 | 10:35
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG

Hallo zusammen, mich beschäftig die Frage ob Nachtzuschläge für die Zeit des Urlaubes auch gezahlt werden.ND- 20:oo-6:30 (Dauernachtwachen) . Wenn Urlaub im Dienstplan steht, wird die Zeitangabe unter dem 'U' mit folgenden Zeiten angegeben 8:00-18:00 Uhr.
Nach Aussage der Perso-Verw. passiert dies aus abrechnungstechnischen Gründen.

:

Der Dienstplan legt die Arbeitspflicht (Beginn und Ende sowie Lage am Kalendertag) fest.
Der Betriebsrat bestimmt dies mit - er bestimmt keine arbeitstechnischen Falsch-Dokumentationnen mit.

Bei Störungen (z.B. Krank vor oder während des Urlaubs) kommt es 'abrechnungstechnisch' darauf an, wie die Kollegin tatsächlich gearbeitet hätte. Eure Falsch-Dokumentationen greifen dann in die Ansprüche der Krankenkasse und der Beschäftigten ein.

§ 21 TVöD regelt, wie - statt der Spitzabrechnung der Zeitzuschläge - die nicht-ständigen Vergütungsansprüche während Urlaub / Krankheit / Reha / Vorfesttagen als ein Durchschnitt aus den drei vorangehenden Kalendermonaten zu zahlen sind. Auch dabei wird im Zuge der Anpassung des 'Divisor' (65 minus die Tage mit Fortzahlungstatbeständen in diesen 3 Monaten und umgerechnet auf die tatsächliche Tage/Woche) wieder auf die Tatsachen abgestellt, nicht auf die technische Falschdokumentation.

kapiert Aktiviert den Betriebsrat!
Sonne
Frage # 173
03.07.2019 | 09:43
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG
3 Schicht Funktionsbereich 50%

Die neue Tariferhöhung der Pflege lese ich bei Verdi, dass sie ab 1.1.19 rückwirkend mit 3.2 Prozent gilt. Stimmt das? Denn wir haben die Erhöhung erst ab 1.3. bekommen und mir hat die Personalabteilung gesagt, dass sie auch da erst gilt. Nun bin ich unsicher und daher hier meine Frage.

:

froh Die regelmäßige Tariferhöhung im TVöD wirkte für die Pflegetabelle ab dem 01.03.2019, für die übrigen Beschäftigtengruppe ab dem 01.04.2019.

verdi Wo Du etwas anderes 'bei ver.di' gelesen hast, können wir nicht erkennen.
Sonne
Frage # 172
03.07.2019 | 09:13
TVöD-K / -B, Betriebsrat / BetrVG
3-Schicht 50% Teilzeit.

Im April habe ich den Antrag bei der Personalabteilung gestellt, zwecks der Erstattung der ungeplanten Arbeitsstunden nach dem BAG.Urteil-6AZR161/16 vom 23.3.2017. Gleichzeitig habe ich den BR damit beauftragt.
Von der Personalabteilung kam nach 4 Wochen ein Schreiben, dass es geprüft wird "und zu gegebener Zeit darauf zurückzukommen". Dieses ist nun auch schon wieder über 6 Wochen her und ich habe von beiden Seiten nichts weiter gehört.
Was ist der nächste Schritt? Ein Schreiben an Beide oder nur an die Personalabtleitung oder nur den BR?

:

Die Überstundenvergütung (100 v.H. für die Leistung als solche plus 30 v.H. Zeitzuschlag) ist ein vertraglicher Anspruch. Er wird nicht 'beantragt'. Due beantragst ja auch nicht Deine monatliche Vergütung oder einen Sonntags-Zeitschlag.

kapiert Säumige Vergütungsansprüche machst Du schriftlich geltend unter Angabe, wann Du welche Stunden auf Anordnung geleistet hast. Damit wird zugleich der Verzugszins (BGB § 288 - derzeit bei 4,2 Prozent) fällig. Eventuell machst Du bei der Personalabteilung noch die 40 € Verzugspauschale aus BGB § 288 Abs. 5 geltend - der guten Ordnung halber zur Beschleunigung des Zahlungsverkehrs auch im Arbeitsverhältnis.

froh Dann hast Du 3 ganze Kalenderjahre Zeit. Dein Anspruch heckt dabei Junge.

wütend Du kannst Dich beim Betriebsrat beschweren:
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage der Arbeitszeit mit, auch die Überstunden. Mir werden zusätzliche Stunden ohne Eure und meine Zustimmung abverlangt, ohne dass deren tarifliche Vergütung zeit geklärt und angewiesen wird. Dies alles beeinträchtigt und beschwert mich (BetrVG § 84).«
Mecki
Frage # 171
03.07.2019 | 03:20
KTD , MAV/ MVG-EKD
Wechselschicht 38,5 Stunden nach Dienstplan. (Krankenhaus, früh, spät, nacht)

Ich habe auf meiner Abrechnung lediglich eine Schichtzulage erhalten.
Im Vormonat war ich geplant mit 3 Nächten und nur Spätdiensten. Um die Wechselschichtzulage zu erhalten, habe ich dann einen Spätdienst gegen Frühdienst getauscht..

Spät und früh habe ich gearbeitet ( 2 und 1).
Dann 2 wochen Urlaub, danach krank zu meinen geplanten Nachtdiensten.
Mein Personalsachbearbeiter meint, dass ich die Nächte hätte leisten müssen, um die Wechselschichtzulage zu erhalten. Stimmt das?

Meine Recherchen trafen nur den TVöD (BAG -10 AZR 58/09, BAG - 10 AZR 152/09)

:

Zunächst gehen wir davon aus, dass Dir für die Spanne Deiner Arbeitsunfähigkeit ein Krankheitsaufschlag gezahlt wurde - KTD § 15 in Verbindung mit § 19 (Durchschnitts der unständigen Bezügebestandteile der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn).

Fraglich ist also nur, ob Dir der Anspruch für eine monatweise Zulage entstand, ohne dass Du die Belastung tatsächlich erdulden musstest.

KTD § 13
»(2) Die Arbeitnehmerin, die ständig nach einem Schichtplan (Dienstplan) eingesetzt ist, der einen regelmäßigen Wechsel der täglichen Arbeitszeit in Wechselschichten vorsieht und die in mindestens drei Schichten davon drei Nachtschichten im Kalendermonat eingesetzt wird, erhält monatlich 110 Euro .
(3) Wechselschichten im Sinne dieses Tarifvertrages sind wechselnde Arbeitsschichten, in denen ununterbrochen bei Tag und Nacht, werktags, sonntags und feiertags gearbeitet wird.«


Der KTD verwendet durchweg eigenständige Begriffe, Begriffsbestimmungen und Regeln.

Du wurdest 'eingesetzt'. Du hattest im Plan aber wechselnde Arbeitsschichten, die sich rund um den Tagesablauf strecken.
Du hast nicht ununterbrochen arbeiten sollen und auch nicht gearbeitet - dies darf der Arbeitgeber ja sowieso nicht von Dir verlangen.

Dein Anspruch scheint nicht ständig zu entstehen - darum hast Du versucht, die Belastung herbeizutauschen - zum Nachteil Deines Arbeitgebers

Dein Anspruch wird wohl allein dadurch zunichte, dass Du so nicht regelmäßig sondern auf Deinen Tauschwunsch hin hättest belastet werden wollen.


Lisa
Frage # 170
02.07.2019 | 17:29
TVöD-K ,
Interessenvertretung?, Schichtarbeit?

Wenn ich 14 Tage Urlaub möchte und hätte das Wochenende vor Urlaubsantritt und das Wochenende am Ende des Urlaubes Dienst, muss ich dann an beiden Wochenenden arbeiten? verzagt

:

Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts darüber scheibst, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.

Du beantragst Urlaub fur eine bestimmte Zeitspanne und bekommst die Gewährung zugesagt.

Während des Urlaubs brauchst Du nicht arbeiten; Dein Urlaub stellt Dich von der Arbeitspflicht frei.

Dabei verbrauchst Du an jedem Kalendertag, an dem Du 'ansonsten' eine Arbeitspflicht hätest, einen Deiner Urlaubstage.
Auch während des Urlaubs greift TVöD § 6 Abs. 1 Satz 3 - »Die regelmäßige Arbeitszeit kann auf fünf Tage, aus notwendigen betrieblichen/dienstlichen Gründen auch auf sechs Tage verteilt werden.«
Im Krankenhaus gibt es keine notwendigen Gründe, in einer Kalenderwoche an einem sechsten Kalendertag zur Arbeit herangezogen zu werden. Vielleicht sind während Deines Urlaubs Wochenenden betroffen, an denen Du ansonsten arbeiten müsstest. Dann liegen in den betreffenden Wochen von Montag bis Freitag wohl auch mindestens zwei freie Tage; an denen verbrauchst Du keine Deiner Urlaubs-Anspruchstage.
Petra
Frage # 169
02.07.2019 | 11:09
ekd
Tarif? AVR? Interessenvertretung? Schichtarbeit?
Wenn mein Kind plötzlich krank wird und ich meine Arbeitsstelle verlassen muss um das Kind ärztlich versorgen zu lassen, muss ich mir die versäumte Arbeitszeit abziehen?

:

verwirrt "EKD" meint wohl evangelische Kirche Deutschlands. Auch diese Herren haben viele arbeitsrechtliche Wohnungen mit recht unterschiedlichen Regeln. Und sie haben oft eine MAV.

'Abziehen' muss niemand Arbeitszeit. Sondern Arbeitgeber bezahlen, damit sie Arbeitszeit festlegen dürfen und wir für sie leisten.

Dir wurde Arbeitszeit festgelegt. Du hast dennoch nicht geleistet.
Die Arbeitszeit kann in aller Regeln nicht nachgeholt werden, auch nicht nachgefordert. Die Zeitschuld ist - in diesem Fall wegen Unzumutbarkeit - untergegangen.

dislike Regel 1: Ohne Leistung, kein Lohn.
like Regel 2: Es gibt Ausnahmen - hier EntgFG § 3, BGB § 616.
Falls die Krankenkasse Deines Kndes Dir eine Lohnersatzleistung schuldet, braucht Dein Arbeitgeber nicht zahlen. Er kürzt dann Dein Monatsentgelt anteilig (je Stunde etwa um ein 164stel).
Pflege
Frage # 168
02.07.2019 | 09:28
AVR Ost
Schichtdienst, Früh- und Spätdienst - 40Stunden/Woche.
Wie viele Tage darf ich maximal ununterbrochen arbeiten?
Wie lange muss die folgende Ruhezeit mindestens sein, bevor ich in den nächsten 40 Stunden-Abschnitt gehen darf?

:

Wir kennen kein 'AVR Ost'; allenfalls eine AVR der Caritas Anl. 31 bis 33 in den Bandbreiten Ost.

In Deutschland herrscht Berufsfreiheit. Du darfst arbeiten, bis Du umfällst.
like In Deutschland gibt das Arbeitszeit einen schwachen Schutz für Beschäftigte, indem es Arbeitgeber einschränkt.

Die europäischen Arbeitszeitrichtlinien schützen in Sieben-Tage-Zeiträumen; in diesen muss eine 24-stündige Ruhespanne liegen. Zwei solche Zeiträume können zusammen betrachtet werden - so kamen die Richter des EuGH (09.11.2017 - C-306/16) zu dem Schluss, dass denknotwendig spätestens nach 12 Tagen mit Arbeit ein freier Tag liegen muss.

like Du leistest Schichtarbeit. Deshalb schützt Dich in Deutschland die linkLeitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1 deutlich besser. Zulässig sind dann nur noch 5 bis 7 Tage mit Arbeit in Folge.
Die Tarif- und Arbeitsverträge (zum Beispiel die AVR der Caritas in Anl 32 § 2) können weitergehenden Schutz regeln.

In § 11 ArbZG findest Du:
»(3) Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Werden Arbeitnehmer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.
(4) Die Sonn- oder Feiertagsruhe des § 9 oder der Ersatzruhetag des Absatzes 3 ist den Arbeitnehmern unmittelbar in Verbindung mit einer Ruhezeit nach § 5 zu gewähren, soweit dem technische oder arbeitsorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen.«

kapiert Dies gibt Hinweise für Deine zweite Frage: Ein Sonntag oder Ersatzruhetag dauert mindestens 24 Stunden (Kalendertag) plus 10 Stunden Ruhezeit.
Andrea
Frage # 167
02.07.2019 | 02:07
AVR-J MAV

Schichtarbeit.
Hallo Tobias , du hast im neuen Newsletter "vertragliche Zeitschuld " im August 21 Arbeitstage angegeben. Dies gilt sicherlich nicht für alle Bundesländer, oder ?
In NRW müssten es doch eigentlich 22 Arbeitstage sein.

:

Gut mitgezählt!
Und - falls Du

die Seite
linkt1p.de/zeitschuld aufrufst,
lädt die korrigierte Version und zählt besser.

Hilfe
Frage # 166
01.07.2019 | 20:05
AVR-Wü, BT-K,

Schichtarbeit verzagt
Hallo,
wurde bei unserem Tarif einiges geändert?
Unter §48 steht nur noch Wechselschicht.
Bei § 49 Arbeit an Sonn- und Feiertagen ist nichts hinterlegt, Zuschläge?
Auch bei § 55 Zusatzurlaub steht nichts über Schichtarbeit, nur über Wechselschicht.
Danke

:

Die arbeitsrechtlichen Kommissionen in BaWü haben ein Monster vereinbart: Die einzelnen Textbrocken und Fassungen der Anlehnungen an den TVöD sind kaum nachzuvollziehen.
Wir kennen auch keine kommentierende Hilfestellung zu den Lose-Blattsammlungen.

Dein Hinweis auf den TVöD Besonderer Teil Krankenhäuser zieht. Es wird der Arbeitgeber sein, der Dir verschlechternde Abweichungen davon plausibel erklären muss.
Es handelt sich um AGB (Kleingedrucktes) zum Arbeitsvertrag. Deren Intransparenz ist zu Lasten der Arbeitgeber auszulegen.
Verschlechterungen beim Kleingedruckten müssen in Deutschland selbst Banken ihren Kunden rechtzeitig offenlegen, verbunden mit einem Sonderkündigungsrecht.
Joe
Frage # 165
01.07.2019 | 17:06
AVR Caritas  (Anlage 32), MAV / MAVO, 3 Schichten, MAV. 5.5 TAGE WOCHE

Bei uns wird das Arbeiten in der Einrichtung immer unattraktiver. Nachdem verkündet wurden dass es nur noch 12 frei Sonntage im Jahr gibt nun der nächste Hammer. Feiertage die auf einen Wochentag fallen werden nur noch mit 35% bezahlt. Jahrelang zahlte der Dienstgeber 135 Prozent. Nun auf einmal beruft er sich auf die AVR die den Freizeit Ausgleich vorsieht. Darf er das? Was die Arbeitszeiten Überstunden und so weiter betrifft so möchte der Arbeitgeber eine Dienstvereinbarung haben.

:

like Prima, wenn sich Arbeitgeber an die Regeln der AVR halten.

froh Die Anl. 32 regelt in § 2 Abs. 1, dass in jeder Kalenderwoche nicht mehr als 5 Tage zur regelmäßigen Arbeistzeit herangezogen wird. Bei Euch fehlt es sehr wahrscheinlich an einer betrieblichen Notwendigkeit zur Arbeit an einem sechsten Tag. Folge: 5-Tage/Woche.

froh AVR Anl. 32 § 3 Abs.3 regelt:
»Mitarbeiter, die regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen, erhalten innerhalb von zwei Wochen zwei arbeitsfreie Tage. Hiervon soll ein freier Tag auf einen Sonntag fallen.«
Bezug ist hier nicht das Jahr oder ein Durchschnitt, sondern alle betrachteten Zwei-Wochen-Zeiträume. Kurz: Auf einen Sonntag mit Arbeit (gleich welcher Art) folgt ein arbeitsfreier. Ausnahme: Die besonderen Lebensumstände einer Kollegin führen zu einem anderen Arrangement.

verwirrt AVR Anl. 32 § 3 Abs.2 regelt im Schichtdienst die Verminderung der Arbeitszeit für alle Feiertage, die von Montag bis Samstag fallen. Dies betrifft auch die, an denen Du planmäßig frei hast.

Über die zwingende Vergütung aller Überstunden darf und kann keine Dienstvereinbarung abgeschlossen werden. Denn das regeln ja die AVR abschließend in § 6 Abs. 1 (130 v.H.). Die MAV sollte allerdings Arbeitszeitkonten vereinbaren (§ 9), über die die Kolleginnen dann selbst verfügen.
Gaby
Frage # 164
01.07.2019 | 08:55
AVR

Hallo zusammen.
Die Mitarbeiter unserer ambulanten Pflegestationen sollen, sofern sie zu Nachtrufbereitschaften herangezogen werden dürfen, jetzt noch zusätzlich bei Bedarf in der Nacht defekte Hausnotrufgeräte austauschen.
Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit in der Nacht zu einem Einsatz zu müssen.
Die Frage ist, wer bestimmt die Aufgaben die der Mitarbeiter innerhalb der Nachtrufbereitschaft zu erledigen hat und ist das mitbestimmungspflichtig?
Im Hause ist eine eigene Abteilung für den Hausnotrufdienst, der allerdings nur aus 3 Personen besteht.

:

Wir beschränken uns im Buch der 100 Fragen auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten. Deine Mitbestimmungsfrage wurde dazu als linkNach-Hilfe-Ruf erkannt und behandelt.
Kati
Frage # 163
01.07.2019 | 06:32
Wechselschicht , Teilzeit 25 Stunden/Woche, AVR Bayern , MAV/ MVG-EKD
Zu: Einspringen in meinem Frei.
Ich kam am Samstag aus dem Nachtbereitschaftsdienst ( Fr. 17.00 - Sa. 12.00 )
Am darauffolgenden Sonntag um 9.15 Uhr kam ein Anruf von der Arbeit , ob ich einspringen könnte? Wieder eine Nachtbereitschaft von 15.00 So. —15.00 Mo.Uhr. Dienstplanmäßig wäre für mich zudem am Dienstag die nächste Nachtbereitschaft.
Ich verneinte mit der Begründung ,dass die Betreuung meiner Tochter nicht gewährleistet ist, zudem hatte ich Karten für eine Veranstaltung - wurde von mir aber nicht benannt. Ich gab der Kollegin Bescheid, dass sie hierfür die Rufbereitschaft informieren sollte, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. Zwei Vollzeitkollegen waren nicht greifbar, beide befanden sich von Fr- Mo. ebenfalls im Frei. Letztendlich kam eine dritte Vollzeitkraft aus ihrem Frei und hat den Dienst übernommen. Im Nachhinein erklärte die Rufbereitschaft hierzu, dass ich hätte einspringen müssen.Das wäre meine Pflicht gewesen. Die Begründung wäre , ich hätte die meisten Ressourcen. Wäre ich eingesprungen, wäre ich 9 Tage am Stück im Dienst gewesen. Ich bin mit 30 h im Plus und verstehe die Aussage der Rufbereitschaft nicht.
Muss ich in meinem Frei erreichbar sein? Muss ich einspringen?

:

Nein.
Nein.

wütend Unklar ist zunächst, ob der Kollegin, die Rufbereitschaft leistet, die Personaldisposition (Arbeitszeit anderen anordnen) übertragen wurde. Dann steht Ihr dafür auch mehr Geld zu (vorübergehende Überragung einer höherbewerteten Tätigkeit). Sie muss ja die Mitbestimmung der MAV sicherstellen - vor jeder Anrodnung von Arbeitszeit. Wir haben hier Zweifel.

Dann sucher wir vergeblich in den AVR Bayern ein Verpflichtung, als Teilzeitlerin mit einer individuell vereinbarten Arbeitsstunden-Menge darüberhinaus noch weitere Sonderdienste zu leisten: Plusstunden im Rahmen der planmäßigen Arbeitszeit (§ 21 Abs.2), darüber hinaus zu Überstunden, Mehrarbeit, Bereitschaftsdienst: Fehlanzeige. Lies das mal in Deinem Arbeitsvertrag nach ...

Dann findest Du in AVR Bayern § 16 unter Abs. 6a die bizarre Regel: »Der Dienstplan soll
spätestens am 15. des Vormonats den Dienstnehmern und Dienstnehmerinnen bekannt gegeben werden. Abweichungen vom Dienstplan sind nur beim Vorliegen dienstlicher bzw. betrieblicher Gründe zulässig. Liegen dienstliche bzw. betriebliche Gründe vor, so kann der Dienstplan vom Dienstgeber im Benehmen mit dem betroffenen Dienstnehmer / der betroffenen Dienstnehmerin geändert werden.«


like Du wurdest angerufen. Doch es wurde kein 'Benehmen' hergestellt. Auf die Ressourcen des Dienstgebers oder auf Deine kommt es da noch nicht an. Sondern darauf, ob Du diese Abänderung zumindest duldest und die MAV ihr zugestimmt hat.
Joachim
Frage # 162
30.06.2019 | 12:56
AVR MAV Caritas

Wir arbeiten in 2 Schichten, Früh Spät. Auf Grund unseres Personalmangels müssen wir am Wochenende geteilte Dienste machen. laufend einspringen jetzt wo Urlaubszeit ist oder wenn jemand krank wird,
dann bricht sozusagen alles zusammen. Jetzt möchten wir von der MAV
aus eine Überlastungsanzeige schreiben, aber wissen nicht so recht wie die Formulierung aussehen muss.

:

Wir beschränken uns im Buch der 100 Fragen auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten. Deine Mitbestimmungsfrage wurde dazu als linkNach-Hilfe-Ruf erkannt und behandelt.
Liza Minelli
Frage # 161
27.06.2019 | 17:29
TVöD ,
? Interessenvertretung; ? Schichtarbeit?

Wenn eine Teilzeitkraft (nur 40 %) ganze Schichten arbeitet, muß sie dann jedes 2. Wochenende arbeiten?
Da wird ja die Arbeitskraft ausschließlich auf die Wochenenden verteilt.
Wer weiß denn da etwas dazu? Am besten zum Nachlesen

:

verwirrt Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. Da können wir wenig raten.

Du brauchst nur linkanteilig an den Belastungen mit ungewöhnlicher Arbeitszeit teilnehmen. Dazu gibt es einschlägige Gerichtsenscheidungen.

Dein Anteil wird in Stunden bemessen, nicht in 'Wochenenden'.

Auch der TVöD macht keine Angaben zu 'Wochenenden'. TVöD-B und TVöD-K regeln in § 6.1 Abs. 3, dass auf einen Sonntag mit Arbeitszeit ein freier Sonntag folgt.

'Belastungen' weist der TVöD aus, indem er dafür Zeitzuschläge regelt. Du brauchst also nur 40 % der Zeitzuschläge einer Kollegin in Vollzeit (in Deinem Arbeitsbereich) hinnehmen - dann darfst Du 'Stopp' rufen.
Harry
Frage # 160
26.06.2019 | 16:10
TVöD-K , Betriebsrat / BetrVG
Wechselschicht 7/24, Vollzeit

Mein Arbeitgeber schreibt „in den Tarifverhandlungen für den TVöD-K wurde zwischen den Tarifvertragsparteien eine Erhöhung des Nachtzuschlags von 15% auf 20% des Stundenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe beschlossen. Die systemseitige Umsetzung der Erhöhung des Nachtzuschlags (rückwirkend zum 01.03.2018) wird von uns in der Abrechnung Juni 2019 durchgeführt.
Alle hiervon betroffenen Mitarbeiter-/innen erhalten eine Rückrechnung auf frühestens Mai 2018 (Auszahlung der Nachtdienste aus März 2018) und die sich hieraus ergebenden Nachzahlungen mit der Abrechnung Juni 2019.“
Der erhöhte Nachtzuschlag ist jetzt 1 Jahr fällig. Ist das Verfahren vom AG korrekt, oder steht mir/uns ein „Versäumniszuschlag“ o.ä. zu.

:

Tarifvertragliche Ansprüche werden mit der Unterzeichnung des Tarifvertrags fällig. Darum bereiten die Arbeitgeberverbände ihre Mitglieder durch Rundschreiben vor, bevor sie die Redaktionsverhandlungen abschließen und unterschreiben.
Eure Arbeitgeber hat nicht gut aufgepasst. Zu Eurem Nachteil.
BGB § 288 regelt, dass in diesem Fall Verzugszinsen zu zahlen sind.
In Absatz 5 regelt er auch eine Verzugspauschale von 40 € für jede einzeln entstehende Forderung. Dies betrifft also aus jede Monatsabrechnung seit Oktober 2018, in der zu niedrige Zeitzuschläge abgerechnet bzw. nicht nachgezahlt wurden. Diese Verzugspauschale ist allerdings in den Arbeitsgerichten umstritten.
Daniel
Frage # 159
26.06.2019 | 11:46
TVöD , Personalrat

Ich arbeite als Pflegefachkraft im LVR. Bei uns werden Schichten im Rahmendienstplan für ein Jahr vorgeplant. Ich habe, seitdem ich dort arbeite, jede zweite Woche von Samstag bis einschließlich Dienstags frei. In letzter Zeit plant meine Stationsleitung jedoch die freien Tage im ausgehängten Dienstplan jedes Mal anders. So kommt meine ganze Jahresplanung durcheinander.

Wie verbindlich ist dieser Plan für mich als Mitarbeiter und für den Dienstplanverantwortlichen in Bezug auf die geplanten freien Tage und die schon geplanten Dienste?

:

Du mailst an den Personalrat -
»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihr bestimmt die Lage meiner Arbeitszeit über die einzelnen Schichtpläne mit. Mit Eurer Zustimmung oder Vereinbarung wird der Plan für mich gemäß LPVG nrw § 66 verbindlich festgelegt.
Leider kann ich nicht erkennen, ob und was Ihr mitbestimmt / vereinbart habt:
* Ist bereits der mir bekannt gegebene Jahres-Rahmenplan für mich oder Euch verbindlich, weil Ihr ihn zur Anordnung mit unserem Arbeitgeber vereinbart habt?
* Oder ist erst der jeweilige Turnus-Plan für mich verbindlich und verlässlich, weil Ihr nur diesem zugestimmt habt?
* Hat der Arbeitgeber Euch bereits infomiert, dass die einzelnen Turnusse entgegen meinen Wünschen von den Regel-Freischichten des Rahmenplans abweichen? Oder sollen wir als Beschäftigte Euch jeweils über Konflikte bei der Schichtplanung informieren?
* Tarivertraglich (§ 6 Abs. 1) darf ich nur an 5 Kalendertagen einer Kalenderwoche zur regelmäßigen Arbeitszeit eingeteilt werden. Tarifvertraglich (§ 6.1 Abs. 3) habe ich nach einem Sonntag, an dem ich arbeiten muss, am folgenden frei. Gesetzlich darf ich nicht zu mehr als 5 bis 7 Schichten in Folge einteilt werden (Erlass des NRW-Arbeitsministeriums. Sollen wir die Einhaltung dieser Regeln selnt überwachen oder stellt dies der Personalrat sicher?
Vielen Dank für Eure zeitnahe Antwort und liebe Grüße ... «
Berta
Frage # 158
25.06.2019 | 20:02
Tarif
? Interessenvertretung,
Ich arbeite nach einem Dienstplan mit 3 verschiedenen Tagschichten.
Hab jetzt in meinem Krankenstand Minusstunden aufgebaut, da meine geplanten Dienste gestrichen würden auf Grund weniger Patienten.
Ist das rechtlich in Ordnung?

:

verwirrt Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. Da können wir wenig raten. Wir können auch nicht raten, welche Tarifregeln Du arbeitsvertraglich in Bezug genommen hast.

1. Dem Entgeltfortzahlungsgesetz liegt das sog. modifizierte Lohnausfallprinzip zugrunde; der Arbeitnehmer erhält diejenige Vergütung, die er erhalten hätte, wenn er nicht arbeitsunfähig krank geworden wäre.
2. Der Arbeitnehmer ist so zu stellen, als wäre die Arbeit, zu der er durch Dienstplan eingeteilt war, von ihm geleistet worden.
(Arbeitsgericht Braunschweig, Urteil 26.11.2013, Az.: 2 CA 199/13)

Sollte ein Beschäftigter „schichtplanmäßig eingesetzt gewesen sein und während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit ein für ihn geltender Schichtplan bestanden haben, bestimmte sich der Zeitfaktor des fortzuzahlenden Entgelts nach den tatsächlich ausgefallenen Arbeitsstunden”
(BAG Urteil vom 26.06.2002, 5 AZR 5/01)

Dein Vorgesetzter hat Deine fällige Zeitschuld im Plan konkretisiert. Du hast nicht geleistet. Doch Du bist nicht schuld (Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit).
Die Leistung kann so nicht nachgeholt / nachgefordert werden (keine Nacharbeit des 'Zeitfaktors').
Dir steht dennoch unvermindertes Entgelt zu ('Entgeltfaktor').
Coloredhorse
Frage # 157
24.06.2019 | 16:38
angeblich kein Tarif
verwirrt
Nun reicht es mir und ich sehe in unserem privat geführten Altenheim einige Fehler (?), unter anderem kommen trotz Plan und Zusatzdokus andere Zeiten auf meine Abrechnung, aus dem Grund bin ich nun bei verdi.
In meinen Arbeitsvertrag steht eine 6 Tage Woche, 30 Stunden/Woche. Ich arbeite mit einer Kollegin abwechselnd.
Dienstag bis einschl. Freitag von 14:00- 19:00
Samstag bis einschl. Donnerstag von 8:00 - 14:00.
Freitsg bis einschl. Montag frei
Dann beginnt es von vorne.
Also im Block 10 Tage arbeiten dann 4 Tage frei. Öfters muss ich meinen Dienst von früh auf spät ändern oder eine Zwischenschicht und Zusatztage arbeiten.
Wie nennt man nun diese freien Tage?

:

Du schilderst eine 5-Tage/Woche (im Durchschnitt über 14 Tage).
Deine Arbeitszeit legt Deine Vorgesetzte wohl verbindlich fest. Jedenfalls für Dich verbindlich.
Du arbeitetst in Schichtarbeit im Sinne § 6 ArbZG.
ArbZG § 6 Abs. 1:»Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer ist nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen.«
Festlegen - das ist auch für Deine Vorgesetzte verständlich. Sie legt fest, sie legt damit auch sich fest.
Lies dann die linkLeitlinien gemäß § 6 Abs. 1 ArbZG.

Kalendertage, an denen Dir keine Arbeitszeit festgelegt wird, sind planfrei (Freischichten). Oft bleiben sie bei Teilzeitkräften allein schon deshalb frei, weil sie ihre wochendurchschnittliche Zeitschuld bereits erfüllt haben. Zu mehr bist Du nur verpflichtet, wenn Du dies in Deinem Arbeitsvertrag hineingeschrieben hast, etwa 'Überstunden immer gerne!'

Änderungen der Lage der Schicht nennen wir 'Übergriff auf die Freizeit'.
Zusätzliche Arbeit an planfreien Tagen nennen wir 'Einverständliches Einspringen'.
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